Zyklische Werte zeigen: An der Wall Street keimt wieder Hoffnung

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Zyklische Werte zeigen: An der Wall Street keimt wieder Hoffnung

Zumindest die Richtung stimmt nun wieder. Zum Wochenbeginn setzt die Wall Street auf die Gewinne vom Freitag noch etwas drauf und scheint sich vorerst aus dem Strudel der letzten Woche freigeschwommen zu haben. Der Dow Jones schloss mit einem Plus von 140 Punkten oder 1,4 Prozent auf 9884 Punkten. Die Nasdaq verbesserte sich um 28 Zähler oder 1,3 Prozent auf 1846 Punkte.

Zum einen waren es optimistische Kommentare, die Kaufstimmung auf das Parkett trieben. Offensichtlich teilen viele Anleger die Meinung der Ökonomen, die vom Wirtschaftsdienst Blue Chip Economic Indicators zu den gesamt-konjunkturellen Aussichten befragt worden waren. 95 Prozent rechnen mit einem Ende der Rezession bis Ende März, 42 Prozent der Befragten glauben die Wende bereits zu beobachten. Das spiegelt sich in der Stärke der zyklischen Werte wieder: Zu den größten Gewinnern im Dow Jones gehören Alcoa, Boeing, Caterpillar und International Paper sowie DuPont, 3M und United Technologies.

Vor allem letztere, drei Industrie-Konglomerate, die dem Index in der letzten Woche zu schaffen machten, gaben dem Dow Kraft. Top-Performer war der Chemieriese DuPont mit einem Plus von 4,5 Prozent. DuPont will umstrukturieren; man wird fünf Wachstums-Sektoren schaffen, die näher an Markt und Technologie geführt werden als bisher, die Textil-Gruppe soll ausgegliedert und eigenständig börsennotiert werden. Die Analysten von Salomon Smith Barney sehen in dem neuen Konzept eine wahre Chance zu neuen Gewinnen und nennen die Aktie einen "Market Outperformer".

Mehr als 2,5 Prozent gewinnt Minnesota Mining & Manufacturing (3M) trotz eines wenig optimistischen Ausblicks von Lehman Brothers. Die Analysten loben zwar die effizienten Sparmaßnahmen, die das Unternehmen in den beiden letzten Quartalen ergriffen hatte, sehen aber nach wie vor "kein Licht am Ende des Tunnels". Sie stufen 3M auf "halten".

Auch der Mischkonzern United Technologies war mit einem Plus von 2,1 Prozent eine Dow-Stütze. Das Unternehmen wird die Gewinnerwartungen im laufenden Jahr voraussichtlich übertreffen, das Management rechnet mit einem Anteilsgewinn von 4,32 Dollar. Analysten hatten durchschnittlich 4,30 Dollar erwartet. Offensichtlich beginnen die Spar-Maßnahmen sich auszuzahlen: United Technologies hat über 8.000 Angestellte entlassen, um Einbrüche vor allem im Bereich Triebwerke abzufangen.

Weiter stark im Dow: die Aktie von Intel . Der Chipriese, der in der letzten Woche wie der Rest der Branche gestürzt war, legte 3,1 Prozent zu und schritt damit dem Rest des Sektors voran. Nach einem Upgrade der Credit Suisse First Boston konnten zunächst National Semiconductor und Micrel zulegen. Anleger nahmen die "Kauf"-Empfehlung ernst, verhalfen National Semi zu einem Plus von 4,2 Prozent und Micrel zu einem Sprung um 10 Prozent ins Grüne. Im Laufe des Handels zogen auch die Chip-Zulieferer nach. Jim Covello, Analyst bei Goldman Sachs, äußerte sich einen Tag vor der Quartalskonferenz von Applied Materials positiv über den Wert. Er rechne damit, dass das Unternehmen einen Gewinn eingefahren hat und sieht die Bestellungen in den nächsten beiden Quartalen wieder steigen. Gleiches sagt Covello über KLA-Tencor und Teradyne. Applied Materials legte 5,5 Prozent zu, die Papiere der beiden kleineren Zulieferer legten um 3 beziehungsweise 1,7 Prozent zu.

Auch die Aktie von Microsoft konnte sich von ersten Verlusten erholen und 0,6 Prozent zulegen. Der Computerriese aus Seattle wird von Merrill Lynch nur mit "neutral" eingestuft. Der PC-Absatz bleibe weiter schwach, glauben die Experten, und auch das Geschäft mit Groß- und Firmenkunden dürfte zunächst keine Erholung sehen. Langfristig räumen die Experten der Aktie aber Wachstumschancen ein: In 12 Monaten, sagen sie, würden sich PC-Absatz, die Nachfrage nach neuen Intranet-Betriebssystemen und der Spielkonsole Xbox erholen.

Schlechte Nachrichten aus Russland wurden am Montag nahezu ignoriert. Das Wall Street Journal hatte am Morgen gemeldet, Russland halte sich nicht an die abgesprochene Reduzierung der Fördermengen. Im Januar sei die Fördermenge um 60.000 Barrel Öl pro Tag gestiegen, was auf den nach wie vor schwachen Ölpreis drückt. Dennoch legten sowohl die Aktien des Ölsektors, und speziell der Förderunternehmen zu, als auch das Papier von Halliburton , obwohl sich Finanzchef Doug Foshee noch am Morgen genötigt gesehen hatte, die Asbest-Problematik des Unternehmens erneut zu entkräften.

Große Profiteure des sinkenden Ölpreises sind erneut die Reifenhersteller. Goodyear Tire mit einem Plus von 4,4 Prozent und Cooper Tire mit einem Plus von 7,6 Prozent machen den Sektor zum Tagessieger an der Wall Street.

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