Zyperns Wirtschaft unter der Lupe
Bauprojekte sollen das Wachstum ankurbeln

Die Bilanz von Zyperns Wirtschaft fällt gespalten aus: Einerseits hat die Insel mit einer hohen Staatsverschuldung sowie einem über den Maastricht-Kriterien liegenden Haushaltsdefizit zu kämpfen. Andererseits sind Inflation und Arbeitslosigkeit gering.

NIKOSIA. 2003 wurde die Wirtschaft Zyperns vor allem durch den Rückgang der Einnahmen aus dem Tourismus belastet. Der Hauptgrund war der Irak-Krieg, aber auch die Wirtschaftskrise in Europa hielt die Urlauber aus Großbritannien und Deutschland auf Distanz. Experten rechnen damit, dass 2004 die Konjunktur wieder besser läuft und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) erneut um 4% wachsen wird.

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Im Frühjahr 2003 hatte die Regierung Zyperns ihre Wachstumserwartungen für das laufenden Jahr zunächst einmal auf 2% bis 2,5% zurückgeschraubt. Vor dem Irak- Krieg hatten die Prognosen noch bei etwa 4% gelegen.

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Relativ sicher ist, dass sich die Zinssenkungen der zypriotischen Zentralbank positiv auf das Wirtschaftswachstum auswirken werden. Zyperns Inflationsrate lag während der vergangenen Jahre stets unter dem Durchschnitt der 15 EU-Länder. Kurz nach dem Irak-Krieg war sie jedoch auf 4,5% emporgeschnellt und soll sich im Jahresdurchschnitt 2003 bei rund 2% einpendeln. Der derzeitige Anstieg geht vor allem auf die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 10 auf 15% zum 1. Januar 2003 sowie die gestiegenen Ölpreise zurück.

Im April 2003 waren auf Zypern 11 567 Personen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote wird 2003 voraussichtlich mit 3,5% bis 3,7% etwas mehr als 2002 (3,1%) zu Buche schlagen. Sie liegt damit aber immer noch weit unter dem EU-Durchschnitt für das Jahr 2003 von voraussichtlich 7,5%. Am stärksten war der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den Beschäftigten in der Tourismusbranche, die im Jahr 2003 erhebliche Einbußen zu verkraften hatte.

Besorgnis erregend ist vor allem das Defizit der öffentlichen Hand. 2003 soll das Defizit nach Angaben der Regierung einen Anteil von 5% des BIP überschreiten. Die Staatsschulden werden sich auf etwa 62,5 bis 63% des BIP belaufen. Sowohl das Haushaltsdefizit als auch die Staatsschulden erfüllen somit nicht die Maastricht-Kriterien.

Die Regierung hat sich für 2004 hohe Ziele gesetzt:Das Wirtschaftswachstum soll rund 4 % betragen. Die Arbeitslosenquote wird mit 3,3% berechnet und die Inflationsrate mit 2,3%. Zwar soll das Defizit des öffentlichen Haushalts nach Angaben des Finanzministers geringfügig zurückgehen, doch wird es mit einem Anteil von 4% am BIP immer noch über den Maastricht-Kriterien liegen. Gleiches gilt für die Staatsschulden, die ebenfalls leicht gesenkt werden sollen, aber dennoch voraussichtlich etwa 60,5% bis 61% des BIP ausmachen werden.

Ein Problem wird der Mittelmeerinsel auf jeden Fall erhalten bleiben:Die starke Abhängigkeit von der Weltwirtschaft. Denn Zyperns Wirtschaft wird auf Grund der geringen Größe des Landes und seiner starken Abhängigkeit vom Außenhandel unausweichlich stark von den großen Volkswirtschaften der Erde beeinflusst.

Die Prognosen für 2003 und 2004 berücksichtigen daher die Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstums, den Rückgang des Tourismus im östlichen Mittelmeerraum und die Auswirkungen der relativen Abwertung des Britischen Pfund (£) gegenüber dem Zypern-Pfund (Z£).

Der Rückgang der Exporte von insgesamt 1.067,6 Mill. Euro im Jahr 2001 auf 869,21 Mill. Euro im Jahr 2002 sowie die Situation im Tourismus beeinflussen Zyperns Wirtschaftsdaten besonders stark. Die Buchungen in der Tourismusbranche verzeichneten im März 2003 einen Rückgang um rd. 34% gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat. Somit sanken im März 2003 die Tourismus-Einnahmen um rd. 7,5% im Vergleich zum März 2002.

Große Erwartungen hat man in zwei Branchen: Die Bauwirtschaft und die Ausfuhr von Dienstleistungen. Sie werden voraussichtlich die stärksten Impulsgeber für das Wachstum der zypriotischen Wirtschaft im Jahr 2003 sein.

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