Zwei Konzepte für Elektro-Mobilität
Cell-Teilung bei Mercedes

Ein duales System verfolgt Daimler beim elektrischem Antrieb. Batteriebetriebene E-Cell-Modelle sind für Kurzstrecke- und Pendlerentfernungen konzipiert, wasserstoffbetriebene F-Cell-Hybride schafften auch 400 Kilometer.
  • 1

DüsseldorfDie Vorteile von Elektro- gegenüber Verbrennungsmotoren sind nicht neu: Sie sind kompakter, leichter, robuster und kostengünstiger zu produzieren. Außerdem fahren sie lokal emissionsfrei, bieten einen besseren Wirkungsgrad als Verbrenner und liefern aus dem Stand das volle Drehmoment, wobei sie auch noch fast geräuschlos operieren. E-Motoren können beim Gaswegnehmen bis zu 90 Prozent der Bewegungsenergie zurückgewinnen und in der Batterie speichern. Nach diesem Generator-Prinzip arbeitet grundsätzlich auch ein Fahrrad-Dynamo.

Zur Versorgung der Elektromotoren mit Energie gibt es zwei Ansätze: durch das Bereitstellen in Batterien oder durch fahrzeugeigene Erzeugung. Mercedes verfolgt bei identischem Elektromotor einsatzorientiert beide Ansätze. Im E-Cell-Modell speisen Batteriezellen den Motor, beim F-Cell-Fahrzeug sorgt die chemische Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff in Brennstoffzellen für die elektrische Energieversorgung.

Die Kapazität der Lithium-Ionen-Batteriepakete (E-Cell-Stacks) liegt zwischen 15 und 50 Kilowattstunden (kWh). Der Elektromotor leistet in der A-Klasse 70 kW/95 PS, ihn versorgen zwei Stacks mit je 16,5 kwh Kapazität. Die Reichweite beträgt im Schnitt 200 Kilometer, bei hohem Vollgasanteil oder laufender Klimaanlage deutlich weniger.

Die Reichweite von Autos mit Verbrennungsmotor erreichen Elektrofahrzeuge nicht, da die Bestückung mit ausreichend großen Batterien, auch bei den momentan sinkenden Preisen der Stacks, zu teuer wäre und dadurch das Fahrzeuggewicht drastisch erhöht würde. Pro Kilowattstunde Kapazität wiegt eine Lithium-Ionen Batterie etwa acht bis zehn Kilogramm und kostet circa 400 Euro. Bei 500 Kilometern Reichweite und einem Verbrauch von 20 kWh pro 100 Kilometer würde ein Akku-Stack 800 Kilogramm bis eine Tonne wiegen und 40 000 Euro kosten - und inakzeptable Ladezeiten erfordern.

Die Mercedes B-Klasse mit F-Cell ist dagegen ein Hybridfahrzeug mit Wasserstoff als primärem Energielieferanten. Mit der Brennstoffzellen-Technik legt der Kompakte ohne weiteres 400 Kilometer zurück. Der zusätzliche Batterie-Stack mit drei kWh dient zum Anfahren und Speichern der rückgewonnen Energie. Er schaltet beim Abrufen höherer Motorleistung 100 kW/136 PS zu.

Seite 1:

Cell-Teilung bei Mercedes

Seite 2:

Kommentare zu " Zwei Konzepte für Elektro-Mobilität: Cell-Teilung bei Mercedes"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Bei der Betrachtung des Wirkungsgrades sollte man sich wohl doch fragen, wie der Strom entsteht und wie der Ladevorgang sich darstellt. Auch Wasserstoff muss erst einmal gewonnen werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%