2006 zwei Prozent Zuwachs erwartet
Deutsche Autohändler wittern Frühlingsluft

Nach Jahren des Rückgangs zeichnet sich im deutschen KFZ-Gewerbe eine Trendwende ab. „Bei uns wächst die Zuversicht“, sagte Wilhelm Hülsdonk, Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe am Mittwoch in München. 125,5 Mrd. Euro Umsatz hat die Branche im vergangenen Jahr gemacht. Und nach sechs Minusjahren hoffen Werkstätten und Händler, in diesem Jahr wieder zwei Prozent zulegen zu können.

MÜNCHEN. Neben dem Reparaturgeschäft sollen auch die Neuwagenverkäufe anziehen. Das Umfeld ist günstig, schließlich dürfte die höhere Mehrwertsteuer im kommenden Jahr potenzielle Autokunden dazu verleiten, schon in diesem Jahr zu kaufen. 3,41 Millionen Neuzulassungen könnten es Ende 2006 sein, das wären immerhin zwei Prozent mehr als im Vorjahr. „Es merkelt also auch im Automobilhandel“, sagte Burkhard Weller, Sprecher des Markenhandels mit Blick auf die gestiegene Konsumstimmung in Deutschland.

Die war in den vergangenen Jahren mies, die Branche hatte schwer Federn lassen müssen. Immerhin ist die Zahl der KFZ-Betriebe 2005 um 800 auf jetzt 41 600 zurückgegangen. Und auch der Jobabbau geht weiter. Heute sind noch 477 000 Menschen in Werkstätten und Handel beschäftigt, das sind 6 000 weniger als noch 2004.

Das Sparbuch für die Zukunft ist wichtiger als das neue Auto

Auch in diesem Jahr, so schätzt der Verband, werde noch einmal die gleiche Zahl an Jobs verschwinden. Und obwohl Neuwagenverkäufe und Werkstattgeschäft in den vergangenen Monaten angezogen haben, regiert in der Branche noch breite Skepsis, ob der Aufschwung nachhaltig ist. „Das Sparbuch für die Zukunft ist immer noch wichtiger als das neue Auto oder die Reparatur“, klagt der oberste KFZ-Meister Hülsdonk. Das gilt insbesondere für private Autokäufe, die mit 1,4 Millionen noch nicht einmal mehr die Hälfte der Neuzulassungen ausmachen.

So hat ein privat genutztes Auto in Deutschland im Schnitt 8,3 Jahre auf dem Buckel. So alte Autos sind die Bundesbürger noch nie gefahren. Dem letzten Tüv-Report zu Folge sind 9,4 Millionen Autos in Deutschland mit Mängeln unterwegs. Beinahe jedes vierte Fahrzeug müsste folglich in die Werkstatt.

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