25 Jahre BMW Z1 Roadster Der freie Radikale

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Obwohl der Zweisitzer 83 100 Mark kostet und erst ab Sommer 1988 ausgeliefert wird, gehen angeblich so viele Bestellungen ein, dass die Produktion bis zum Jahr 2000 ausgelastet gewesen wäre. Die Faszination, die von dem Frischluftmodell ausgeht, ist ungebrochen.

Seltener Roadster: Der BMW Z1 wurde insgesamt nur rund 8.000 Mal gebaut. Quelle: Thomas Geiger (dpa)

Seltener Roadster: Der BMW Z1 wurde insgesamt nur rund 8.000 Mal gebaut.

(Foto: Thomas Geiger (dpa))

Für das Muster der Sitzbezüge würde man einen Designer zwar heute fristlos entlassen. Die Schalter sind klobig und das Cockpit ist eine triste Wüste aus Plastik, Lack und Leder. Aber sobald man sich über den breiten Seitenschweller geschwungen hat und mit offenen Türen davonbraust, ist das alles vergessen. Kein anderes Fahrzeug von BMW mit mehr als zwei Rädern ist derart luftig, pur und direkt wie der Kunststoffkeil aus den späten Achtzigern.

Der kräftige Motor und das stramme Fahrwerk tun ihr Übriges: Wenn sechs Zylinder, 2,5 Liter Hubraum und 125 kW/170 PS auf gerade einmal 1250 Kilo treffen, kann geht es knackig zur Sache gehen. Der Z1 sprintet in 7,9 Sekunden auf Tempo 100 und schafft 225 km/h.

Zur Premiere geraten die Tester ins Schwärmen: «Handlich wie ein Go-Kart, spontan am Gas, wie auf Schienen um die Kurven - er passt dem Fahrer wie ein guter Turnschuh», zitiert das BMW-Archiv den Pressespiegel von einst. Außerdem sitze man so gut wie im Freien.

Schnell vorbei ist der Spaß jedoch, wenn das Dach zum Einsatz kommt: Denn erstens ist das Öffnen und Schließen des Verdecks ein wenig mühsam. Und zweitens wird das Einstiegen bei geschlossenem Dach zu einer gymnastischen Übung, weil die Öffnung dann nicht sehr groß ist.

Andererseits: Zu gut darf das Wetter auch nicht sein, weil ein Dauerbeschuss durch Sonnenstrahlen angeblich der Kunststoffkarosse zusetzt: Zumindest Sammler aus Japan berichten, dass dann die Türen verklemmten und sich die Planken verzögen.

Herzstück mit sechs Töpfen: Für Fahrspaß sorgt neben dem straffen Fahrwerk der Sechszylinder mit 2,5 Litern Hubraum und 170 PS. Quelle: Thomas Geiger (dpa)

Herzstück mit sechs Töpfen: Für Fahrspaß sorgt neben dem straffen Fahrwerk der Sechszylinder mit 2,5 Litern Hubraum und 170 PS.

(Foto: Thomas Geiger (dpa))

Wohl mit Bedacht wurde der Z1 offiziell nur im gemäßigten Europa angeboten. Mit maximal sechs Exemplaren am Tag gefertigt und nur bis 1991 produziert, ist der Z1 eigentlich nicht viel mehr als eine Randnotiz in der BMW-Geschichte. Denn die 8000 Einheiten der Z1-Ära schaffen Modelle von heute in vier Wochen. Doch wirkt der radikale Renner bis heute nach. «Er war es, der die Aufmerksamkeit auf ein Segment zurück gelenkt hat, das bei BMW lange Jahre brach lag: die offenen, zweisitzigen Sportwagen», sagt BMW-Pressesprecher Manfred Grunert.

So wird der Z1 zum Vorreiter einer ganzen Reihe von Roadstern, die bis heute zusammen immerhin 500.000 mal produziert worden sind: Denn ohne den Z1, so Grunert, hätte es wahrscheinlich nie einen Z3, Z8 oder Z4 gegeben. Und wenn die Gerüchte stimmen, wird es aus München bald noch einen kleinen Roadster auf Basis des 1ers geben. Gewissermaßen würde der Z1 dann sein Comeback feiern - vermutlich aber ohne die skurrilen Türen des Vorreiters.

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