3,8 Millionen Autos betroffen
Raus mit dem Ruß

Feinstaub? Da war doch was. Genau. Es war im April, als Deutschland zwei Wochen lang kein anderes Thema kannte. Reihenweise hatten deutsche Städte damals plötzlich gemerkt, dass sie den EU-Grenzwert für die Feinstaub-Belastung wohl öfter als erlaubt überbieten werden.

FRANKFURT. Was folgte, war pure Hysterie: Die EU-Kommission, die Bundesregierung, die Länder, die Städte, die Autoindustrie – jeder wollte es auf einmal schon immer gewusst haben, zuckte mit den Achseln und zeigte empört auf die bösen anderen. Der Bürger war bald verwirrt.

Dann war monatelang nichts. Bis jetzt. Denn jetzt nimmt die nebulöse Debatte um den Feinstaub reale Gestalt an: in Form eines Fahrverbots.

Diesel-Autos mit Baujahr von vor 1999 müssen demnächst in deutschen Großstädten wohl draußen bleiben. „Umweltzonen“ seien in fast allen größeren Kommunen geplant, kündigte der Städtebau-Dezernent des Deutschen Städtetages, Folkert Kiepe, in der „Süddeutschen Zeitung“ an.

Frankfurt und Berlin etwa planten, ihre Innenstädte für Autos ohne Dieselrußfilter komplett zu sperren. Das betrifft laut „Bild“-Zeitung immerhin rund 3,8 Millionen Pkws und etwa eine Million Lieferwagen, die vor 1999 zugelassen worden waren. Kiepe forderte die Kommunen auf, schon 2006 mit der Umsetzung zu beginnen.

Frankfurt: Grenze Alleenring

Gesperrt werden sollte nicht jeweils das gesamte Stadtgebiet. In vielen Orten würden etwa Hauptverkehrsadern vom Fahrverbot ausgenommen. Frankfurt allerdings erwägt, ab 2008 eine „Umweltzone“ innerhalb des Alleenrings einzurichten. Dort sollen Diesel-Autos nur noch fahren dürfen, wenn sie einen Filter haben. Dies wäre der dritte Schritt des dreistufigen Aktionsplanes, den das Hessische Umweltamt und die Stadt Frankfurt Ende Juli vorgestellt haben.

Allerdings: Sperrungen werden nur nötig, wenn die Feinstaub-Konzentration dauerhaft höher liegt als der Grenzwert der EU-Verordnung. Dieser liegt bei 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft und darf an höchstens 35 Tagen überschritten werden. 14 Städte aber hätten den Wert in diesem Jahr bereits überboten, sagt das Umweltministerium.

Voraussetzung für die Fahrverbote ist, dass sich die Bundesregierung darauf einigt, wie die sauberen, erwünschten Fahrzeuge denn gekennzeichnet werden sollen.

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