30 Jahre 911 Turbo: Die Motoren-Chronologie
Enorm in Form: von 260 auf 450 PS

Turbomotor M 930/50 – so lautete die Bezeichnung für das Triebwerk des ersten 911 Turbo, der 1974 auf dem Pariser Automobilsalon vorgestellt wurde. Es basierte, wie alle weiteren 911 Turbo-Motoren bis zum Jahr 1998, auf dem klassischen Sechszylinder-Saugmotor. Erst im Jahr 2000 wechselte die Basis. Seither dient der Motor des Le Mans-Siegers Porsche 911 GT1 ‘98 als Grundlage für den 911 Turbo-Motor. Dieses Renn-Triebwerk hat noch einen zweiten Nachkommen: den Saugmotor des 911 GT3 und des GT3 RS.

Die erste Generation: 260 PS aus drei Litern Hubraum

260 PS leistete der M 930/50 bei 5.500/min. Der erste 911 Turbo-Motor für die Straße war von dem Triebwerk des damaligen 911 Carrera RS 3.0 abgeleitet. Die Verdichtung lag bei 6,5:1. Höhere Werte waren bei einem maximalen Ladedruck von 0,8 bar weder notwendig noch gewünscht. Die Turbo-Anlage schlug mit 25 Extra-Kilogramm zu Buche, der Motor wog 207 Kilogramm. Das Drehmoment von 343 Newtonmeter konnte über ein breites Drehzahlband abgerufen werden. Startverhalten, Leerlauf und Kaltlaufeigenschaften waren so problemlos wie bei allen anderen Porsche-Modellen. Heute ist dies selbstverständlich, aber bei Einführung einer neuen Technologie hatten solche Fragen einen hohen Stellenwert. Der 3.0-Liter-Turbo-Motor wurde zwischen September 1974 und August 1977 gebaut.

300 PS durch mehr Hubraum und Ladeluftkühlung

Das 3.3-Liter-Triebwerk (intern M 930/60 genannt) ab Modelljahr 1978 leistete 300 PS bei ebenfalls 5.500/min. Ein Teil der Mehrleistung stammte aus dem vergrößerten Hubraum. Mindestens ebenso ausschlaggebend aber war der Ladeluftkühler, der die Temperatur der verdichteten Luft um rund 50 Grad Celsius herabsetzte, bevor sie in die Brennräume strömte. Auch das Verdichtungsverhältnis ließ sich von 6,5:1 auf 7,0:1 anheben, was dem Kraftstoffverbrauch und damit der Wirtschaftlichkeit zugute kam. Die konstruktiven Änderungen betrafen auch weitere Teile des Triebwerks wie Kurbelgehäuse und Kurbelwelle.

Ebenfalls 911 Turbo 3.3 lautete der Name für den neuen Turbo, der 1991 angeboten wurde. Er musste stärker sein als der bisherige, denn die Fahrleistungen des 1990 eingeführten 911 Carrera 2 kamen an den bisherigen Turbo 3.3 ziemlich dicht heran. M 930/68 hieß die überarbeitete Version des 911 Turbo-Motors. Er verfügte über einen größeren Turbo-Lader und Ladeluftkühler. Ergebnis: 320 PS bei nun 5.750/min. Nach knapp zwei Jahren wurde dieses Triebwerk durch den 3.6-Liter-Motor ersetzt. 360 PS bei 5.500/min gab dieses Aggregat ab. Die Verdichtung betrug 7,5:1, der Ladedruck erreichte 0,92 bar. Das Magazin “auto motor und sport" erzielte bei Testfahrten mit dem 911 Turbo 3.6 eine Höchstgeschwindigkeit von 289 km/h.

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