30 Jahre Porsche Turbo
911 Turbo: Rennwagen mit Straßenzulassung

Die Konstrukteure der Sportwagenschmiede Porsche hatten einen Traum: Einen Rennwagen mit Straßenzulassung bauen. Vor 30 Jahren ging der Wunsch in Erfüllung.

HB STUTTGART. Auf dem Automobilsalon in Paris im September 1974 stellte Porsche erstmals den 911 Turbo vor und setzte damit neue Maßstäbe in Sachen Beschleunigung, Drehmoment und Spitzengeschwindigkeit. Mit 250 Stundenkilometern war der 911 Turbo lange Zeit Deutschlands schnellster Straßensportwagen. 260 PS schöpfte der Turbo, bei dem erstmals auf der Heckklappe ein ausladener Spoiler prangte, aus dem Drei-Liter-Hubraum-Motor.

Seit der ersten Vorstellung baute Porsche bis heute rund 53 000 Exemplare des 911 Turbo. Der erste schaffte es 1974 in 5,2 Sekunden von null auf Tempo 100. Der aktuelle Nachfolger verfügt über 450 PS und bringt es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 307 km/h auf der Straße. Das Turbo-Modell basiert auf der seit 1963 gebauten Baureihe 911, dem „Brot- und Butter-Auto“ der Zuffenhausener Sportwagenbauer. Über 611 000 mal wurden bis heute 911er weltweit ausgeliefert.

Beim Rekordabsatz von 66 800 Porsche-Einheiten im Geschäftsjahr 2002/2003 (31. Juli) rangierte der 911er mit 27 800 Zulassungen eindeutig vor dem Cayenne mit 20 600 Fahrzeugen. Da die Turbos schon immer etwas teurer als das sonstige Lieferprogramm von Porsche waren, trugen sie einen guten Teil zum Umsatz von 5,58 Milliarden Euro und zum Reingewinn von 565 Millionen Euro bei. Der 911er und der Turbo haben an Attraktivität nichts verloren. Im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/2004 wurden 6506 Porsche der Baureihe 911 in Deutschland zugelassen, eine Steigerung von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Derzeit stellt das Unternehmen den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2003/04 zusammen. Mit 75 000 Einheiten dürfte Porsche einen neuen Rekord-Absatz erzielt haben. Auch Umsatz und Gewinn dürften auf eine neue Rekordmarke steigen. Trotz kräftiger Zuwachsraten beim Geländewagen Cayenne - das sportliche Image von Porsche basiert weiterhin auf dem 911er und seinen Turbos.

Das Wort „Turbo“ ist längst als Synonym für außergewöhnliche Leistung in den allgemeinen Sprachgebrauch eingeflossen. Das Prinzip dieser Technologie ist simpel: Anströmende Auspuffgase bringen ein kleines Turbinenrad auf hohe Drehzahl. Beim ersten 911 Turbo aus dem Jahr 1974 rotierte es mit bis zu 90 000 Umdrehungen pro Minute.

Dieses Rad treibt über eine Welle ein zweites Schaufelrad an, das Luft in die Brennräume des Motors presst. Je mehr Luft in den Zylinder gelangt, desto mehr Sauerstoff steht zur Verfügung und kann mit entsprechenden Treibstoffmengen verbrannt werden - das Resultat: Die Leistung des Triebwerks steigt rasant an.

Der 911 Turbo setzte sich nicht nur als schnellster deutscher Straßensportwagen an die Spitze, sondern löste auch einen Turbo-Boom aus. Zwar waren aufgeladene Motoren damals im Rennsport nichts Außergewöhnliches, aber an Straßenfahrzeuge wagte sich kaum ein Hersteller. Vom ersten 911 Turbo sollten eigentlich nur 1000 Exemplare gebaut werden. Von 1974 bis 1989 wurden aber schon 21 000 Turbo-Modelle des 911er hergestellt. Die 1995 vorgestellte nächste 911-Turbo-Generation setzte wieder Maßstäbe im Sportwagenbau. Mit 408 PS brachte es der Wagen auf 293 km/h.

Mit 16 Gesamtsiegen hält Porsche einen einsamen Rekord beim legendären 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Die Mehrzahl der Erfolge gelang mit Turbo-Triebwerken, von denen die meisten Verwandte des 911-Sechszylinders waren.

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