30 Jahre Sierra
Ford-Modell zwischen Familienkutsche und Rennwagen

Der Ford Sierra ist bereits knapp 20 Jahre nach Produktionsende fast gänzlich aus dem Straßenbild verschwunden. In Erinnerung bleiben vor allem die Motorsporterfolge des Sierra Cosworth, unter anderem mit Klaus Ludwig.
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KölnDer Ford Sierra ist bereits knapp 20 Jahre nach dem Auslaufen der Produktion fast gänzlich aus dem Straßenbild verschwunden. In Erinnerung bleiben vor allem die Motorsporterfolge des Sierra Cosworth, unter anderem die DTM-Meisterschaft 1988 mit dem erfolgreichen Tourenwagenfahrer Klaus Ludwig und die Cosworth Sport-Modelle.

1982 polarisierte das windschnittige, stromlinienförmige Design aus der Feder von Designer Uwe Bahnsen die Kunden. Bahnsen hatte bereits die beiden Ford Capri-Generationen und "die Badewanne" Ford Taunus P3 entworfen. Vom Vorgängermodell, dem kantigen Ford Taunus TC, hob sich der Sierra mit seiner glatten, rundlichen Karosserie deutlich ab. Zum Verkaufsstart war der Sierra ausschließlich als viertürige Schrägheck-Limousine, auch "Aero-Heck" genannt, erhältlich und bot eine für diese Zeit außergewöhnliche Silhouette, im Dezember 1982 folgte der Turnier. Die Preise starteten bei 16.600 DM.

Zur fließenden Formensprache trug auch bei, dass Ford die Mittelklasse-Limousine als strömungsgünstiges Fahrzeug konzipiert hatte und ausgiebig im Windkanal testete. Die Verbrauchswerte standen Anfang der 80er Jahre nach den beiden Ölkrisen 1973 und 1979 immer mehr im Focus und die Verringerung des Luftwiderstandes ist ein probates Mittel, den Verbrauch zu senken. Der Sierra erreichte einen cW-Wert von 0,34, womit er Anfang der 80er zu den windschlüpfigsten Autos gehörte.

Zur Wahl standen zwei Vierzylindermotoren mit 75 PS und 105 PS und drei Sechszylinder mit 90 PS, 114 PS und 150 PS. Das Highlight in Sachen Wirtschaftlichkeit bildete ein Dieselmotor von Peugeot mit 67 PS, den erst 1990 ein 75 PS Turbodiesel aus eigener Produktion ablöste. Die Top-Version XR4i mit 150 PS und Sportfahrwerk sowie das Coupé schob Ford 1983 nach, 1985 folgte der Allrad- Sierra XR4x4 ausschließlich mit dem 150-PS-V6.

Das Fahrwerk hatten die Ingenieure im Vergleich zum Vorgänger deutlich überarbeitet. Der Sierra behielt den Heckantrieb, nun aber mit Einzelradaufhängung. Vorne kamen Mc-Pherson Federbeine zum Einsatz.

Das Alphatier der Baureihe, der Sierra RS Cosworth, ging 1986 mit 204 PS an den Start und sorgte mit seinen Fahrleistungen für offene Münder: In sieben Sekunden schaffte er es von 0 auf 100 km/h und 240 Spitze. Der englische Motorenhersteller Cosworth stattete den Zweiliter-Ford-Motor mit Vierventil-Technik und Turbolader aus. In dieser Konfiguration lieferte der Sierra die Basis für Einsätze im Motorsport.

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