40 Jahre Ford Granada
Revolution in der Mitte

2013 ersetzt Ford die Mittelklasse-Baureihe Mondeo durch einen Nachfolger. Der Modellwechsel setzt technisch und formal ein Zeichen. Wie vor 40 Jahren, als der innovative Granada 1972 den 20M ersetzte.
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DüsseldorfDas Frühjahr 2013 ist für Ford ein wichtiges Datum. Zu Beginn des kommenden Jahres wollen die Amerikaner den Ford Mondeo in der Mittelklasse durch einen Nachfolger ersetzten. Unter Federführung der deutschen Ford-Tochter in Köln verleihen die Entwickler der Basis des Ford Fusion, der "Mondeo"-Version für den amerikanischen Markt, den letzten Schliff, um das 2012 vorgestellte Weltauto den europäischen Anforderungen und Kundenwünschen anzupassen. Dabei wagt Ford einen konsequenten Schnitt.

Die nächste Mittelklasse soll sich gegen die Armada der Wettbewerber von Alfa Romeo Giulia bis zum VW Passat mit einer komplett neu entwickelten technischen Plattform, neuen Motoren und einer spektakulären Design-Sprache profilieren, die in den nächsten Jahren den Auftritt aller Fahrzeuge der Marke prägen soll. Mit einer Revolution statt nur in evolutionären Schritten die Mittelklasse aufzurollen, ist für Ford eine bewährte Übung.

Schon 1972 präsentierten die Kölner den Ford Granada als Nachfolger des 20M. Der Modellwechsel fiel damals technisch und formal nicht weniger radikal aus als jetzt. Der 20M der Generation "P7" durfte nur ein knapp vierjähriges Gastspiel bei Ford geben. Der 1968 vorgestellte Beitrag der Kölner für die Mittelklasse war konservativ-barock gezeichnet, verfügte mit einer hinteren Starrachse nur über betagte Fahrwerkstechnik und bewegte sich mit seinen wenig dynamischen V-Motoren ebenfalls nicht auf der Höhe der Zeit.

Das Segment beherrschte damals Opel mit dem Rekord D, modern und schnörkellos gezeichnet und mit zeitgemäßen Reihen-Motoren ausgestattet. Audi etablierte sich mit wachsendem Erfolg als neue Marke mit der Baureihe "100" in der Klasse als dritte Kraft. Das gehobene Klientel bediente Opel mit dem Commodore, der technisch auf dem Rekord basierte, aber seine Kunden jedoch mit kraftvollen Reihensechszylindern köderte. Der 26 M, den die Kölner im November 1969 nachschoben, konnte mit seinem 125 PS starkem V6 nicht wirklich dagegenhalten.

Für den Nachfolger von 20M/26M lautete somit die Devise in Köln: neue Formensprache, neue Technik, neuer Name, neues Glück. An der neuen Mittelklassegeneration arbeiteten die Ford-Entwickler aus Köln und England gemeinsam. Im Rahmen des Genfer Automobilsalons 1972 lupfte Ford die tarnenden Tücher von der neuen Mittelklasse, die fortan die Namen "Consul" und "Granada" tragen sollte. Modellnamen für Autos, die aus heutiger Sicht so hipp scheinen wie Filzpantoffel für die Diskonacht.

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