42. Tokyo Motor Show
Grüne Autos für die Generation Smartphone

Auf der Tokyo Motor Show buhlen die Aussteller um die Märkte der Zukunft. Elektromobil und smart sollen sie sein – die Frage ist nur, wann.
  • 0

TokioDie schöne neue Welt des Akio Toyoda heißt „Toyota Fun-Vii“ und kann so ziemlich alles. Auf Knopfdruck kann der Dreisitzer die Innen- und Außenfarbe wechseln, sich zu einem kompletten Bildschirm umwandeln, die Freunde über den Aufenthaltsort informieren sowie deren bestimmen, ähnlich einem Social-Network-System. „Wir dachten, es wäre interessant wenn wir Räder an ein Smartphone bauen“, scherzte Toyoda bei der Präsentation.

Toyota hatte die größte japanische Automobilmesse, die Tokyo Motor Show, die am heutigen Freitag offiziell ihre Pforten öffnet, schon ein paar Tage vorverlegt, um der Presse die neuesten Errungenschaften aus den Laboren zu zeigen. Der Trend bei Japans Nummer Eins heißt: grüne Autos für die Generation Smartphone. Auch Nissans Boss Carlos Ghosn setzt darauf. Es gehe nicht mehr allein darum, Autos zu bauen, so Ghosn. „Unsere Vision für eine saubere, vernetzte mobile Gesellschaft erfordert sowohl die Entwicklung von Autos wie auch von Infrastruktur.“

Auf beiden Feldern sind die Japaner schon weit vorne. Während in Deutschland noch über Aufladestationen für Elektrofahrzeuge in Parkhäusern diskutiert wird, präsentieren etwa Nissan oder auch Mitsubishi in Kooperation mit Elektronikkonzernen ganzheitliche Konzepte für vernetzte Privathäuser mit Speicherbatterien für Auto und Hausversorgung. Dazu kommen Wagen, die an die Bedürfnisse einer ständig vernetzten Gesellschaft angepasst sind – wie Toyotas Fun-Vii oder Nissans neuer Pivo3. Der Pivo3 lässt sich über das Smartphone steuern - und sogar ausparken.

Tatsächlich, dass wissen aber auch Toyoda und Ghosn, sind diese Spielereien derzeit noch nicht viel mehr als schmückendes Beiwerk. Deshalb geht es in Tokio auch und vor allem darum, der Welt konkrete Rezepte für die nächsten Jahre an die Hand zu geben. Und die werden von einem zunehmendem ökologischen Bewusstsein gesteuert sein. „Die grüne Technik auszubauen ist erste Voraussetzung dafür, den Wettbewerb zu überleben“, sagt Masato Sase, Leiter der Autosektion bei Deloitte Tohmatsu Consulting in Tokio.

Nahezu alle Aussteller buhlen deshalb auf der Ausstellung um den auf Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit fokussierten Kunden. Lediglich die Wege sind verschieden. BMW setzt vor allem auf die Hybridisierung. „In der Zukunft werden Elektroautos nur einen kleinen Anteil am Gesamtmarkt haben. In 10 Jahren vielleicht 3, 4 oder 5 Prozent – in einem Markt, der etwa 100 Millionen Autos haben wird“, glaubt etwa BMW-Marketingvorstand Ian Robertson.

Seite 1:

Grüne Autos für die Generation Smartphone

Seite 2:

Kommentare zu " 42. Tokyo Motor Show: Grüne Autos für die Generation Smartphone"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%