50 Jahre Trabi
Der Sputnik stand Pate

Er wird belächelt, manchmal auch als „Plastebomber“ oder „Rennpappe“ verspottet, aber irgendwie ist er süß und nett anzusehen: der Trabant. Mit rund 3,1 Mill. Exemplaren wurde der Trabi in der DDR zum Volksauto. Zugleich war er das am meisten produzierte Fahrzeug im gesamten früheren Ostblock. Für seine Besitzer war er mehr als nur ein ganz normales Fahrzeug.

ap DRESDEN. Jetzt wird der Trabi 50 Jahre alt: Am 7. November 1957 lief in Zwickau das erste Fahrzeug dieses Typs vom Band. Kein anderes Auto hat so sehr das Straßenbild in der DDR geprägt wie der Trabi. Nach der Wiedervereinigung sorgte der Film „Go Trabi Go“ dafür, dass auch die Westdeutschen eine Ahnung davon bekamen, welchen Stellenwert der Trabant bei den Ostdeutschen hatte. Die Botschaft dieser Komödie, in der der Deutschlehrer Udo Struutz (Wolfgang Stumph) mit Familie und Trabi „Schorsch“ auf Italienreise ging, lautete: Der Trabi gehörte zu Ost-Zeiten einfach zur Familie.

Auch heute noch ist der Trabant ein Kultauto, und die Popularität dieses Zweitakters, der mit einem Benzin-Öl-Gemisch fährt, ist ungebrochen. Das beweisen nicht nur die zahlreichen Trabi-Fanclubs, sondern auch die Treffen, bei denen Tausende von Trabi-Liebhabern zusammenkommen. 1994 wurde in Zwickau der Verein „Internationales Trabant-Register e.V.“ gegründet.

Und die Trabi-Fans können sogar auf eine Neuauflage des kleinen Autos hoffen, dessen letztes Exemplar am 30. April 1991 vom Band lief: Die fränkische Modellbaufirma Herpa hat die „Initiative new Trabi“ ins Leben gerufen und vom Trabant-Register die Rechte an der Marke gekauft. Auf der diesjährigen Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) wurde ein Modell einer neuen Version im Maßstab 1:10 vorgestellt und eine Umfrage gestartet, wie die neue Version ankommt.

Laut Herpa wollen 93 Prozent der mehr als 12 000 Befragten, dass der „new Trabi“ in Originalgröße gebaut wird. „Wir sind jetzt auf Investorensuche“, sagt „Herpa“-Sprecher Daniel Stiegler. Gebaut werden soll der Trabi natürlich in Sachsen, wo einst seine Wiege stand.

Unter der Bezeichnung „P 50“ startete im „VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau“ die Nullserie. Das Geburtsdatum des Originaltrabis am 7. November 1957 wurde nicht zufällig gewählt: Die DDR-Führung wollte den neuen Kleinwagen am 40. Jahrestag der sozialistischen Oktoberrevolution in der UdSSR erstmals vom Band laufen lassen, wie Heino Neuber vom Zwickauer August Horch Museum erklärt. „Anfang der 60er Jahre kam unter der Bezeichnung „P 601' eine Weiterentwicklung in der heute noch bekannten Trapez-Form auf den Markt“, sagt Neuber.

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