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80 Jahre Autoradio: Vom Röhrenklotz zur digitalen Schaltzentrale

Die ersten Autoradios kosteten ein Drittel des Autokaufpreises und waren bleiern schwer. Heute zählen sie zur Serienausstattung und haben sich zur Schaltzentrale mit Navigation entwickelt – ein weiter Weg in 80 Jahren.

Weit vor der digitalen Revolution im Cockpit: Ein Blaupunkt Autoradio in einem Porsche 356 Coupé von 1950. Quelle: dpa
Weit vor der digitalen Revolution im Cockpit: Ein Blaupunkt Autoradio in einem Porsche 356 Coupé von 1950. Quelle: dpa

Frankfurt/MainEinsteigen, Motor starten, Musik an - für Millionen Autofahrer gehört das Radio zum Alltag am Steuer. Das Autoradio warnt vor Staus, unterhält auf langen Fahrten und vermittelt Wohnzimmergefühl im Wagen. 98 Prozent aller Neu- und 97 Prozent aller Gebrauchtwagen haben heute laut dem aktuellen DAT-Report der Autobranche ein Radio an Bord.

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In diesem Jahr feiert die Branche in Europa den 80. Geburtstag des Autoradios. 1932 wurde das erste Modell in Deutschland eingebaut. In den USA stattete Ford schon zehn Jahre früher eines der legendären T-Modelle mit einem Empfänger aus. Musik am Steuer war in der Anfangszeit ein teurer und seltener Luxus. Das erste Autoradio in Europa - ein 15 Kilogramm schweres Blaupunkt Röhrengerät - kostete 1932 stolze 465 Mark: ein Drittel des Kaufpreises für das ganze Auto.

Der schwere schwarze Radioklotz mit fünf Glaskolbenröhren empfing nur auf Mittel- und Langwelle und war so groß, dass er nicht ins Armaturenbrett passte, wie es der Rundfunkhistoriker Wolfgang Söll beschreibt.

Auto-Technik

Heute haben sich die einst schlichten Rundfunkempfänger zu digitalen und vernetzten mobilen Kommunikationszentralen entwickelt - mit integrierter Navigation, Verknüpfung zum Smartphone des Fahrers, mit großem Display, das etwa die Bilder der Rückfahrkamera oder das Umfeld des Autos beim Rangieren anzeigt. Freisprecheinrichtung, Assistenzsysteme und Internetanschluss machen das Autofahren komfortabler und sicherer. "Das Radio war der Anfang, heute sind die Anwendungen bei Premiumautos weitaus umfangreicher", sagt Eckehart Rotter, Pressesprecher des Verbandes der Automobilindustrie (VDA).

Nutzer können vor der Dienstreise ihr Wunschhotel im Internet wählen und die Adresse per E-Mail an ihr Auto schicken. Das Navigationssystem im Fahrzeug leitet sie am nächsten Tag zu diesem Ziel - und übernimmt auch noch die Online-Buchung während der Fahrt. Schon heute unterstützen Assistenzsysteme den Fahrer bei einem Unfall mit einem automatischen oder manuellen Notruf an eine Einsatzzentrale durch genaue GPS-Ortung.

Künftig wird die direkte Kommunikation von Auto zu Auto das Fahren noch sicherer machen: So können sich Fahrzeuge gegenseitig vor unerwarteten Hindernissen warnen. Das funktioniert viel rascher als heutige Verkehrsfunk-Meldungen. "Die mobile und intelligente Vernetzung ist auch ein immer wichtigeres Argument beim Neuwagenkauf", sagt Rotter. Bei der größten Automobilmesse, der IAA Pkw in Frankfurt, widmet sich mittlerweile ein eigener Kongress der automobilen Informationstechnik.

  • 25.12.2012, 21:18 UhrModernArt

    WEHMUT kommt hoch, wenn das Foto betrachtet wird und danach der weitere Verlauf der Marke BLAUPUNKT betrachtet wird. Geschichte.

    Erfrischend wirkt dagegen das damalige aufgeräumte einfach Design. Zwar hatten damals Kunden nicht 1001 Funktionen und Mehrfachtasterbelegungen, aber es war deswegen nicht weniger wertig.

    Die Zukunft wird wohl ein ähnlich aufgeräumter Armaturenträger sein und die Technik wird dahinter verschwinden - für den Kunden nicht sichtbar. Bluetooth 4.0 kommt in großen Schritten und die Einbindung von allerlei mobilem Gerät. Das ging vorher nur äußerst eingschränkt mit "abnehmbaren Bedienteilen", aber ohne diese Funktionsbreite.

    Die Autoindustrie wird es versuchen zu bremsen oder in eine ihr mehr angenehmere Richtung hinleiten. An einer Endgeräteeinbindung ist man derzeit noch weniger interessiert. Mehr daran es in eine eigene Plattformüberfläche einzubinden. Das ist verständlich und legitim, aber nur bedingt logisch. Schließlich haben standardisierte Endgeräte wie der NEXUS7 auch Ihre Vorteile. Ein Auto lebt ca. gut 10 Jahre. Eine gigantisch lange Zeit für die innovationsgetriebe Tablet&Co. Technik; in dieser Zeit kann der Kunder einfach mit seinen Mobilgeräten viel größere Sprünge vollziehen.

    Hier wird ein Wettstreit ausgetragen: Dort die schnelllebigen Endgeräte und dort die Verweigerungshaltung eine Adaption in den Armaturenträger vorzusehen. In Studien wie dem BEETLE FENDER oder bei E-Rollern war die Autoindustrie schon weiter; hier fanden Mobilgeräte als mitnehmbare Altrnative Ihre Anwendung. In der wirklichen Massenumsetzung ist man da eher konservativ einfacher gestrickt und mag keine Einbindung von Mobilgeräte mit Aktivfunktionen in den Armaturenträger.

    Es wird spannend zu beobachten sein, wer hier welche Schritte mit mobilen Endgeräteneinbindungen vollziehen wird.

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