Aberglaube und Statistik
Keine Angst vor Freitag, dem 13.

An diesem Freitag gehen abergläubische Menschen wieder mal mit einem mulmigen Gefühl aus dem Haus. Was den Straßenverkehr anbelangt, ist eine derartige Skepsis laut Statistik aber nicht angebracht.
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München/Düsseldorf"So lange der ADAC das beobachtet, hat es an einem Freitag den 13. im Schnitt noch nie auffallend viele Unfälle gegeben", sagt Maximilian Maurer vom Müncheneer Autoclub. Als Beispiel nennt er 2009: An allen Freitagen krachte es in dem Jahr im Schnitt 975 Mal. Am 13. waren es laut Statistik dagegen durchschnittlich "nur" 894 Unfälle.

Dennoch sei der Freitag übers Jahr gesehen besonders unfallträchtig, erläuterte Maurer. Grund sei der stärkere Verkehr: Fernpendler fahren nach Hause, Urlauber starten in die Ferien und auch Alkohol ist im Spiel, wenn Autofahrer nach dem Ausgehen nach Hause wollen.

Die Techniker Krankenkasse (TK) und die Zuricher Versicherung kommen laut ihrer Statistiken zu ganz ähnlichen Ergebnissen. Beide hatten die Unfallzahlen der letzten Jahre ebenfalls untersucht. Fazit: An Freitagen mit der 13 passieren laut Statistik weniger Unglücke.

Grundsätzlich aber, das bestätigt auch die Zurich nach Auswertung von Daten aus zwei Jahren, ist der Freitag der schadenreichste Wochentag. „Im Schnitt der letzten beiden Jahre haben wir an allen Tagen einer Woche - außer an Freitagen - rund 2.150 Schäden verzeichnet. An Freitagen hingegen waren es im selben Beobachtungszeitraum etwa zehn Prozent mehr. Damit ist der Freitag grundsätzlich der schadenreichste Tag der Woche“, sagt Rüdiger Hackhausen von der Zurich Gruppe. „Dies gilt jedoch nicht für Freitage, die auf den 13. eines Monats fallen. Hier verzeichneten wir durchschnittlich 2.100 Schäden pro Tag. Am Freitag, den 13. August 2010 wurden dagegen deutlich weniger Schäden registriert.“

Auch die Zahl 13 allein steht nicht automatisch für einen Unglückstag: An allen 13. eines Monats wurden in den letzten zwei Jahren jeweils rund 1.800 Schäden gemeldet. Das war weniger als im Jahresdurchschnitt. „Die Zahlen sprechen für sich: ein „Freitag der 13.' ist aus statistischer Sicht wahrlich kein Unglückstag“, so Hackhausen.

Der ADAC erklärt diese Ergebnisse mit einem statistischen Phänomen: "Man könnte meinen, die Leute fahren aus Angst vor Freitag, dem 13., vorsichtiger. Das ist aber nicht so. Dieser Tag ist so selten, dass sie über die Jahre keine aussagekräftigen und seriösen Statistiken für einen Mittelwert bekommen", sagte Maurer. Es gebe Ausreißer nach oben und unten. "Ableiten können sie bei so einer kleine Fallzahl nichts." Und im Jahr 2011 gibt nur einen Freitag, den 13.: Diesen.

In diesem Sinne: Gute und sichere Fahrt!

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Ein erfundener Aberglaube

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  • Schonmal überlegt ob die nicht eventuel einfach zusammengearbeitet haben? So eine Studie ist schließlich teuer.

  • Hat es der ADAC jetzt schon nötig, beim Auto Club Europa abzuschreiben? -> http://www.autonews-123.de/freitag-der-unfallgefaehrlichste-tag-der-ace-auto-club-europa-sagt-nein-zu-diesem-mythos/

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