Absatzzahlen
Autokäufer meiden Opel

Wieder schlechte Nachrichten für die Rüsselsheimer: Der Absatz von Opel in Deutschland bricht im Mai um elf Prozent ein, der Marktanteil liegt nur noch bei gut sieben Prozent. Das Aus für das Werk in Bochum rückt näher.
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Frankfurt/DüsseldorfNeuer Tiefschlag für den Autohersteller Opel: Die Marke mit dem Blitz im Emblem hat im Mai in Deutschland elf Prozent weniger Autos verkauft - obwohl der Gesamtmarkt lediglich um knapp fünf Prozent zurückging. Wie aus den gestern vorgelegten Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes hervorgeht, verkauften die Rüsselsheimer auf ihrem Heimatmarkt nur noch 23.000 Autos und verloren damit weiter an Boden.

Für Opel ein Warnsignal: Die Talfahrt des Verluste schreibenden Herstellers geht auch im Mai kaum gebremst weiter. Insgesamt schrumpfte der Opel-Marktanteil in Deutschland im laufenden Jahr auf 7,2 Prozent zusammen. Im Jahr 2000 hatte er noch 12,2 Prozent ausgemacht.

Die Krise von Opel verschärft sich damit weiter. Denn die Schwäche auf dem Heimatmarkt trifft die Firma hart. Deutschland gilt für Opel als besonders profitabler Markt, der bisher etwa ein Viertel des Opel-Gesamtabsatzes ausgemacht hat. Der Druck auf das Opel-Management steigt damit, in seinem neuen Sanierungsplan drastische Einschnitte zu vollziehen. Opel-Boss Karl-Friedrich Stracke hat angekündigt, am 28. Juni dem Opel-Aufsichtsrat seine Pläne vorzulegen.

Arbeitnehmer und Politik befürchten, dass das Opel-Werk in Bochum ab 2015 vor dem Aus steht. Stracke hatte vor wenigen Wochen dem Werk auf einer Betriebsversammlung keine Zukunftszusage gemacht. Lediglich bis Ende 2014 hat der Mutterkonzern General Motors Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen bei Opel ausgeschlossen.

Die deutsche Tochter des US-Giganten hatte trotz einer zweijährigen Restrukturierung ihr Ziel verfehlt, in die Gewinnzone zurückzukehren. Stattdessen schrieb das Europageschäft von Opel und deren britischer Schwestermarke Vauxhall 2011 einen Verlust vor Steuern von 747 Millionen Dollar. Opel-Aufsichtsratschef Stephen Girsky betonte, halbherzige Sanierungen werde es nicht mehr geben.

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  • Tja,
    Wenn die Mutter max. Autos entwickeln lässt die knapp unterm Durchschnitt liegen und dann noch den Weg in den Weltmarkt verbaut, braucht sich nicht Wundern das es mit der Marke Opel Bergab geht.
    Ich persönlich habe nichts gegen Opel, aber bevor ich mir einen neuen Opel gönne, hole ich mir lieber einen 10 Jahre alten Premiummodell.
    Da weiss ich was ich habe.
    In diesem Sinne...

  • Das es in einem Jahr keine Ersatzteile geben soll, ist doch absoluter Quatsch. Nur weil ein altes Werk wie Bochum geschlossen werden könnte, bedeutet dies nicht, das es Opel nicht mehr geben wird. Die Schliessung von Antwerpern hat weder in Deutschland noch in Belgien für weniger Verkäufe gesorgt - im Gegenteil. Und das (nicht nur) Opel Überkapazitäten hat, liegt neben der schlechten Qualität in den 90er Jahren (passé), dem biederen Design der Vergangenheit (hat VW bis heute noch) auch durchaus an der permanent schlechten Berichterstattung. Man kann sachlich ein Fahrzueug testen, oder betonen, daß das Auto vom "krisengeschüttelten Traditionshersteller in der Krise" stammt. Da greifen viele Zahnräder ineinander.

  • Dann senkt doch endlich die Preise!

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