Abschaffung der 2,8-Tonnen-Grenze
Fahrzeugsteuer für Reisemobile sorgt für Unsicherheit

Sie sind groß und sie sind auffällig - und daher auf der Straße kaum zu übersehen. Trotzdem gibt es Gelegenheiten, bei denen Reisemobile komplett vergessen werden: Das gilt derzeit vor allem bei einer Änderung im Hinblick auf die Kraftfahrzeugsteuer.

dpa/gms FRANKFURT. Sie Hier hatte man schwere Geländewagen im Visier und traf versehentlich auch die Reisemobile. Mit der Folge, dass nun an immer wieder neuen Regelungen für die rollenden Urlaubsunterkünfte gefeilt wird und auf den Campingplätzen Unsicherheit über das herrscht, was künftig geschehen wird.

„Ausgelöst worden ist alles durch die Abschaffung der 2,8-Tonnen-Grenze“, erklärt Christian Döhler, Jurist des Adac in München. Bisher nämlich konnten Besitzer teurer Geländewagen mit einem Gewicht von mehr als 2,8 Tonnen durch einen legalen Trick ihre Kraftfahrzeugsteuern merklich mindern. Um das zu verhindern, stopfte man eine Lücke in der Straßen-Verkehrs-Zulassungs-Ordnung (Stvzo). Nur hatte der Eingriff einen Haken: „Man hat die Reisemobile dabei übersehen“, so Döhler.

Denn auf die würden durch die Neuerungen merklich höherer Kosten zukommen. „Bisher wurden Reisemobile wie Nutzfahrzeuge nach Gewicht besteuert“, erklärt Frank Friedhoff, Sprecher von camperline.de im hessischen Bad Homburg, einer privaten Initiative von Reisemobil-Eignern. Nach den neuen Regeln aber würden die Mobile wie PKW nach Hubraum und Schadstoffausstoß besteuert. „Das würde je nach Fahrzeug eine Steuererhöhung um bis zu 500 Prozent bedeuten.“

Was auf Reisemobilisten zukommen könnte, hat man bei camperline.de an einem Beispiel ausgerechnet. So kostet ein Fahrzeug wie der verbreitete Fiat Ducato mit 2,8-Liter-Dieselmotor und einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen bisher 210 Euro Steuern pro Jahr. Nach neuen Regeln wären mindestens 449 Euro fällig. Es könnte aber auch noch härter kommen.

Denn das Beispielauto erfüllt die Abgasnorm Euro 2, allerdings nur die für Nutzfahrezeuge - und die wird anders berechnet als beim Personenwagen. Bei einer Umrechnung auf PKW-Werte käme das Fahrzeug laut camperline.de bestenfalls auf die Einstufung Euro 1 und damit auf einen Steuersatz von 765 Euro.

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