ADAC Autopreis
Gelber Engel im Zwielicht

Der laut Eigenwerbung des ADAC „wichtigste Autopreis Deutschlands“ steht in der Kritik: Die Abstimmung zum „Gelben Engel“ soll manipuliert worden sein. Es wäre ein schwerer Imageschaden für den Autoclub.
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MünchenUnter den deutschen Autofahrern ist der ADAC eine Instanz. Bei seinen 18,8 Millionen Mitgliedern genießt der größte deutsche Automobilclub ungebrochenes Vertrauen. Doch nun gerät eine wichtige Auszeichnung des Autoclubs unter Verdacht. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, dass die Abstimmungszahlen des Autopreises „Gelber Engel“ manipuliert worden seien – mutmaßlich direkt durch die Führung der Kommunikationsabteilung.

Um den wichtigen Autopreis zu bekommen, sollen dem VW Golf 3.409 Stimmen der befragten ADAC-Mitglieder gereicht haben - weit weniger als offiziell ausgewiesen. Hängt die Wahl zum „beliebtesten Auto der Deutschen“ an wenigen tausend Stimmen? Laut offiziellem Endergebnis, das die Süddeutsche einem ADAC-Papier vom Dezember 2013 entnimmt, soll der Sieger 34.299 Stimmen bekommen haben. Interne Unterlagen, die der Süddeutschen Zeitung vorliegen, sollen zudem belegen, dass auch schon bei der Abstimmung 2012 deutlich weniger Stimmen abgegeben wurden als öffentlich kommuniziert. Statt 290.000 Stimmen sollen tatsächlich 76.000 gültige Stimmen gezählt worden sein.

Der ADAC widerspricht der Berichterstattung der Süddeutschen. Man werde „zu gegebener Zeit weitere Schritte prüfen“, um gegen die im Artikel aufgestellten „Behauptungen“ vorzugehen, teilte der ADAC auf Anfrage von Handelsblatt Online mit. ADAC-Präsident Peter Meyer und Geschäftsführer Karl Obermair beteuern, dass die Zahlen der Wahrheit entsprechen.

„Alle Preise, die der ADAC [...] bei seiner großen Veranstaltung 'Gelber Engel' vergibt, [...] beruhen auf sauberen, statistisch repräsentativen Auswertungen der Stimmen unserer Mitglieder“, heißt es in einer Stellungnahme des Automobilclubs. Alle Aussagen, die etwas anderes behaupten, seien unwahr. Für die Wahl zum „Lieblingsauto der Deutschen“ habe man dieses Jahr erstmals ein verbindliches Regelwerk aufgestellt. Im Vorjahr habe es überproportional viele ungültige Stimmen gegeben.

Der „Gelbe Engel“ wird seit 2004 direkt von den ADAC-Mitgliedern verliehen. Per Coupon in der Mitgliederzeitschrift „Motorwelt“, mit einer Auflage von 13,8 Millionen das größte Magazin Deutschlands, oder über die Website konnten die Mitglieder ihre Stimme abgeben. Eine offizielle Teilnehmerzahl soll bei der Abstimmung in diesem Jahr erstmals nicht veröffentlich werden, teilte der ADAC auf Anfrage von Handelsblatt Online mit. „Wir sehen dazu keine Notwendigkeit“, so ein Sprecher.

Sollten sich die SZ-Vorwürfe bewahrheiten wäre es ein harter Schlag für die Glaubwürdigkeit der Gelben Engel. Keiner Institution vertrauen die Deutschen mehr. Bei Meinungsumfragen zum Verbrauchervertrauen landet der ADAC regelmäßig auf dem ersten Platz. „Für den ADAC wäre das eine Katastrophe, er hätte ein massives Glaubwürdigkeitsproblem, das so schnell auch nicht mehr aus der Welt zu schaffen wäre“, wird Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der Uni Duisburg-Essen, in der Zeitung zitiert.

Kommentare zu " ADAC Autopreis: Gelber Engel im Zwielicht"

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  • MACHT macht korrupt

    selbst den besten Gutmenschen!

    Deshalb gilt Kontrolle Kontrolle Ko.......

  • Es fehlt noch das der ADAC den Burger King zum Mitarbeiter freundlichsten Untrenehmen ausruft.Wenn Sie weiter verbiligte Angebote diese Kette unterbreiten werde
    ich nach 45 Jahren ADAC verlassen.

  • Wen wundert das noch ? Der TÜV prüft Medizinprodukte ( Brustimplantate ) nicht, der ADAC wählt erwartungsgemäß einen VW zum Auto des Jahres. Ich wundere mich da nicht über mehr die Bereitschaft der bislang glaubwürdigen Institutionen in unserem Land, sich bestechen zu lassen.
    Vorbild war leider gestern, heute zählt der Eigennutz.

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