ADAC
Im Ausland droht unfreiwillige Organspende

Deutsche Touristen können bei tödlichen Unfällen auf Auslandsreisen ungewollt zu Organspendern werden. Darauf hat der ADAC am Mittwoch in München hingewiesen.

Bei tödlichem Unfall im Ausland wird man schnell Organspender

HB MÜNCHEN. Denn in den meisten europäischen Ländern gelte anders als in Deutschland für Organspenden die so genannte Widerspruchsregelung. Damit werde man in diesen Ländern nach dem Tod automatisch zum möglichen Organspender, wenn man nicht ausdrücklich etwas anderes festgelegt hat, erklärte der Autoclub. In vielen Fällen hätten dann nicht einmal mehr die Angehörigen ein Widerspruchsrecht.

Auch in den bei den Deutschen besonders beliebten Reiseländern Italien, Österreich und Spanien gilt den Angaben zufolge diese Widerspruchsregelung. Sie gilt ferner in Luxemburg, Portugal, Slowenien, Tschechien und Ungarn. Eine Sonderform der Widerspruchsregelung haben Belgien, Finnland und Norwegen eingeführt: Hier haben die Angehörigen ein Einspruchsrecht. Auch in Schweden und Frankreich werde man automatisch zum potenziellen Organspender - in diesen Ländern müssten allerdings die Angehörigen informiert werden, ein Einspruchsrecht hätten sie aber nicht.

In Deutschland dagegen gilt die so genannte erweiterte Zustimmungsregelung. Sie sieht vor, dass der Verstorbene zu Lebzeiten per Organspendeausweis einer Organentnahme zugestimmt haben muss. Liegt keine Zustimmung vor, können die Hinterbliebenen entscheiden. Grundlage solle dabei der mutmaßliche Wille des Verstorbenen sein. Die erweiterte Zustimmungsregelung gelte auch in Dänemark, Griechenland, Großbritannien, Irland, den Niederlanden und der Schweiz, berichtete der ADAC.

Wer nicht ungewollt im Ausland zum Organspender werden wolle, sollte nach Empfehlung des Autoclubs schriftlich in einem Organspendeausweis festlegen, ob er seine Organe freigeben will oder nicht. Solche Ausweise, mit denen man auch seinen ausdrücklichen Widerspruch bekunden könne, gebe es in Apotheken und in Arztpraxen, eine Version in neun Sprachen biete die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung an.

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