ADAC-Klage
Aigner greift Mineralölkonzerne bei Biosprit E10 an

Die Verbraucherschutzministerin hat im Streit um den Biosprit E10 eindeutig Partei ergriffen. Sie lobt die Klage des ADAC gegen die Mineralölbranche und wirft den Konzernen mangelnde Aufklärung vor.
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Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat im Streit um den Biosprit E10 Verständnis für die Klage des ADAC gegen die Ölkonzerne Aral, BP, Jet, OMV und Shell geäußert. „Der Autofahrer, der nicht E10 tanken kann, braucht eine Alternative“, sagte die
CSU-Politikerin am Mittwoch in einem Reuters-Interview. Diese müsse auch angeboten werden. Es sei deshalb nachvollziehbar, dass der ADAC gegen die Ölkonzerne klage.

Der Automobilclub hatte die Konzerne angezeigt, weil ein Teil ihrer Tankstellen entgegen den gesetzlichen Vorgaben neben dem sogenannten Bio-Kraftstoff Super E10 kein herkömmliches Super-Benzin E5 mit 95 Oktan mehr anbietet. Stichproben an Münchener Tankstellen hätten ergeben, dass von den Konzernen unter der Bezeichnung „Super“ ein Kraftstoff in der Qualität Super Plus mit mindestens 98 Oktan angeboten werde. Der aber sei mindestens acht Pfennig pro Liter teurer als das angebotene Super E10. Das sei eine Rechtsverletzung.

„Ich hätte mir gewünscht, dass die Mineralölindustrie den Biokraftstoff E10 ebenso offensiv und positiv bewirbt wie andere Produkte“, sagte Aigner. „Auch die Automobilindustrie hätte von Anfang an besser über die Eignung von E10 aufklären müssen.“ Der neue Biokraftstoff hat mit erheblichen Akzeptanzproblemen zu kämpfen. Trotz aller Bemühungen von Politik und Wirtschaft lehnen die Autofahrer aus Furcht vor Motorschäden mehrheitlich E10 immer noch ab. Sie tanken stattdessen das teurere Super-Plus-Benzin.

Die Ölkonzerne geben dagegen der Politik die Schuld an dem E10-Chaos. Die Einführung des Biosprits werde durch einen fehlenden gesellschaftlichen Konsens erschwert, sagte der Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbands, Klaus Picard, am Mittwoch im
ZDF-„Morgenmagazin“.

Der Verbraucher wisse sehr wohl, ob er sein Auto mit E10 betanken könne, lehne den neuen Kraftstoff aber trotzdem ab. Dabei spiele auch die „Teller-Tank-Diskussion“ eine Rolle, also die Debatte über die Nutzung landwirtschaftlicher Rohstoffe für die Benzinherstellung. Hierzu eine öffentliche Diskussion zu führen, sei Aufgabe der Politik.

Die Anzeige des Autoclubs ADAC gegen die Konzerne sieht Picard „relativ gelassen“. Die Unternehmen verhielten sich gesetzeskonform, indem sie eine Schutzsorte anböten. Vorgaben zu deren Qualität gebe es aber nicht.

Kommentare zu " ADAC-Klage: Aigner greift Mineralölkonzerne bei Biosprit E10 an"

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  • Warum reden die immernoch von "Eignung"???

    Ich tank den Dreck nicht weil es Dreck ist, sondern weil ich es leid bin mir vom Staat diktieren zu lassen was ich zu tun habe!

    Wenn unsere Ploitiker Angst vor der Autoindustrie hat, sollte sie die Lobbyisten aus den eigenen Reihen verbannen.

    Dann und erst dann wird Politik wieder glaubwürdig!!!

    Ralf Wagner
    Hennef (Sieg)

  • und die Anordnung so einen zynischen Mist herzustellen, kam von der Politik.
    Das hat diese Aigner wohl völlig vergessen

  • Eine gewisse Weltfremdheit seitens der Politik kann man wohl nicht mehr leugnen: wie User Heribert (06.04.2011, 17:13 Uhr) schon bemerkt hat, liegt das Problem nicht in der mangelnden Aufklärung, sondern an der miserablen Öko-Bilanz von E10 (und auch die Tatsache, dass Schweizer und Amerikaner nicht so ein Gezeter mit dem "Biosprit" bei der Einführung vor Jahren gemacht haben, muss man kritisch hinterfragen --> wenigstens macht man sich hierzulande Gedanken zur Thematik). Die Gelder für "Aufkärungskampagnen" könnte man sinnvoller verwenden ...

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