ADAC-Präsident Meyer: Im Rettungshubschrauber zum PR-Termin

ADAC-Präsident Meyer
Im Rettungshubschrauber zum PR-Termin

ADAC-Präsident Peter Meyer soll Rettungshubschrauber genutzt haben, um sich zu Geschäftsterminen fliegen zu lassen. Damit könnte sich der Autoclub-Vertreter sogar strafbar gemacht haben.
  • 21

DüsseldorfNach dem Skandal um gefälschte Abstimmungsergebnisse gerät nun auch der selbsternannte „Garant für die Aufklärung“ ins Kreuzfeuer. ADAC-Präsident Peter Meyer soll die Rettungshubschrauber des Automobilclubs für geschäftliche Termine genutzt haben, meldet der „Stern“. Augenzeugen berichteten dem Magazin, wie Meyer von einem Termin in Hamburg im Jahr 2003 zu einem Termin nach Wolfsburg geflogen sei. Die Fahrtzeit über die Autobahn für diese Strecke beträgt circa zweieinhalb bis drei Stunden, mit dem Hubschrauber ist die Strecke in 45 Minuten zurückzulegen.

Der ADAC bestreitet die Vorwürfe nicht. Präsidiumsmitglieder seien dazu berechtigt, bei dienstlichen Anlässen auf Reservemaschinen der Luftrettung zurückzugreifen, wird der Autoclub zitiert. Dies sei aber in den vergangenen zehn Jahren weniger als 30 Mal in Anspruch genommen worden. „Der Hubschrauber war den ganzen Tag für den Präsidenten reserviert“, zitiert der „Stern“ einen Sprecher. Alle 30 Flüge seien intern überprüft worden. Es seien „keine öffentlichen Gelder“ dafür verwendet worden. Die Luftrettung GmbH habe dem ADAC die Flüge in Rechnung gestellt.

Der Vorfall gilt als doppelt fragwürdig, weil die Rettungshubschrauber aus vielen verschiedenen Quellen finanziert werden. Die Innenministerien der Länder bestellen die Dienste, Krankenkassen übernehmen den Einsatz bei medizinischen Notfällen, 40 Cent des Beitrags jedes ADAC-Mitglieds fließen in die Luftrettung, zusätzlich sammelt der Verein Spenden. Eigentlich soll dieses Geld dazu dienen, Leben zu retten. Derzeit betreibt der ADAC 51 Maschinen an 36 Rettungsstationen. Doch die überschüssigen Reservemaschinen sollen normalerweise für den Fall bereit stehen, dass andere Maschinen ausfallen oder gewartet werden.

Der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses,  Martin  Burkert (SPD), forderte vom ADAC Aufklärung über die Vorgänge. „Der Vorstand ist gut beraten, höchste Transparenz an den Tag zu legen und nicht scheibchenweise Enthüllungen über sich ergehen zu lassen“, sagte Burkert Handelsblatt Online. Auch wenn die Flüge möglicherweise rechtlich nicht zu beanstanden seien, aus moralischer Sicht seien die Vorgänge bedenklich.

Burkert verlangte vom ADAC auch mit Blick auf die Testberichte unbedingte Transparenz. „Es muss völlig klar sein, dass die Berichte nicht manipuliert und bestimmte Automarken bevorzugt wurden“, sagte der SPD-Politiker.

Seite 1:

Im Rettungshubschrauber zum PR-Termin

Seite 2:

Keine Genehmigung für die Landung?

Kommentare zu " ADAC-Präsident Meyer: Im Rettungshubschrauber zum PR-Termin"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @izibizi
    Ich glaube jetzt hackt es. Oder?
    Das ist ja sogenannte APO-Tümelei von ihnen.

  • In den gleichgeschalteten Massenmedien beherrscht seit Tagen der ADAC die Schlagzeilen. So geraten die wirklichen Probleme schnell in den Hintergrund!

    Es ist unerträglich wie einseitig in den gleichgeschalteten Medien Politik gegen den ADAC gemacht wird.

    Das Erinnert stark an die medialen Hetzkampagne gegen Bundespräsident Wulff!

    Wer steht hinter den gleichgeschalteten Massenmedien?

    Welches Ziel verfolgen die Medienmacher?

    Ist der ADAC mit seinen Mitgliedern zu mächtig und muss deshalb zerstört werden?

    Oder sollen die Steuersklaven von wirklichen Problemen abgelenkt werden?

  • Erst das Euro-Theater, dann das Chaos der Koalitionsgeburten, zwischendurch die NSA, dann plötzlich schwule Fußballspieler-wochenlang.
    Jetzt der ADAC - gibt es auch mal was wirklich Wichtiges ? ??
    Z.B. unsere Oma ihr Dackel hat Läuse !!! oder die zahllosen Opfer nach dem Orkan in SO Asien ?
    Skandale hat es schon immer gegeben, Strauß kannte sich damit gut aus, früher wurde das nicht öffentlich, heute erzeugt man damit Massen-Hysterien, was dann zu Steuerzahlerlasten teuer therapiert werden muss.
    Das sind doch alles Nebelkerzen, um Euro Ablenkungs-Manöver zu veranstalten. Was da unbemerkt über die Hintertür eintritt und den einzelnen Bürger demnächst betreffen wird, das ist etwas, wofür Mann und auch Frau sich engagieren und aufregen sollten.
    Good night - God Save the Queen

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%