ADAC-Präsident tritt zurück: Flucht nach hinten

ADAC-Präsident tritt zurück
Flucht nach hinten

Auf die angekündigte Flucht nach vorne folgte der persönliche Rückzug: Der wegen der Manipulationsaffäre unter Druck geratene ADAC-Präsident Peter Meyer tritt zurück. Gleichzeitig werden weitere Schiebereien bekannt.
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MünchenADAC-Präsident Peter Meyer hat aus der Affäre um manipulierte Auto-Preise die Konsequenzen gezogen. Er lege sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder, teilte der ADAC am Montag mit. „Für Fehler und Manipulationen von hauptamtlichen Führungskräften, denen gemäß ADAC-Satzung die Besorgung der laufenden Geschäfte obliegt, möchte ich nicht länger alleine verantwortlich gemacht werden“, erklärte Meyer in der Mitteilung. Gleichzeitig sind weitere Schiebereien bei der ADAC-Wahl zum „Lieblingsauto der Deutschen“ bestätigt worden – nicht nur im Jahr 2013, sondern auch davor. Die Autohersteller reagieren und geben sämtliche Preise zurück.

Meyer war seit 2001 Präsident des Autoclubs und wurde zuletzt im Jahr 2013 einstimmig für weitere vier Jahre im Amt bestätigt. Statt der angekündigten Flucht nach vorne, bei der der Klub den Manipulationsvorwürfen mit größtmöglicher Offenheit entgegentreten wollte, tritt der Funktionär jetzt den Weg nach hinten an, ohne die Verantwortung für die Skandale zu übernehmen. Er ist zudem noch Chef des ADAC Nordrhein.

Angesichts der aktuellen Vertrauenskrise und der erschütternden Ergebnisse der aktuellen Krisenaufarbeitung habe das ADAC-Präsidium am Montagvormittag ein Suspendierungsverfahren gegen Meyer beschlossen, teilte der Verein mit. Das Amt des Präsidenten übernimmt kommissarisch Vizepräsident August Markl (65). Die Nachfolge soll bei der nächsten ordentlichen Hauptversammlung im Mai 2014 geregelt werden.

Was zu Meyers Abgang beigetragen haben dürfte: Ein Prüfbericht der Beratungsfirma Deloitte hat die Manipulationen bei der Wahl zum „Lieblingsauto 2014“ bestätigt, zudem soll es „klare Anhaltspunkte“ für ähnliche Veränderungen in den Vorjahren geben.

Kommentare zu " ADAC-Präsident tritt zurück: Flucht nach hinten"

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  • Ein Bürokrat und Vereinsmeyer wie aus dem Bilderbuch. Abtritt, marsch!

  • Ich frage mich ernsthaft, wie ernsthaft Meyer psychische Probleme hat. Denn: Seinen Rauswurf verkauft er persönlich völlig anders. Ihm und seinen "Reformen" hätte man die Gefolgschaft verwehrt. In Wahrheit hat man die Nase von ihm voll gehabt und wollte ihn fristlos rauswerfen. Ausserdem ist sein Rücktritt nur ein halber: Er möchte ADAC-Regional-Fürst bleiben. Sorry, aber mit dem Typen stimmt was nicht....

  • Warum hat der ADAC ohne jegliche Not diesen Unfug getan; hatte der ADAC doch quasi einen halbstaatlichen Charakter. Der Rücktritt, wenn auch verspätet, geht in Ordnung. Ein gänzlich neues Team muß eine Neuorganisation durchziehen, Offenheit aktiv leben und alle Angebote, außer dem Pannendienst (hat auch mir schon einmal in einer Notlage optimal geholfen), in eine Tochtergesellschaft ausgliedern

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