Aggression im Straßenverkehr
Drängeln gilt als "Gewaltanwendung"

Aggressiv drängelnde Autofahrer dürfen zu empfindlichen Strafen verurteilt werden, hat das Bundesverfassungsgericht entschieden (2 BvR 932/06).

Der Fahrer eines 5er-BMW war innerorts extrem dicht hinter einem 40 bis 50 Stundenkilometer schnellen Mercedes gefahren, hatte mehrfach gehupt und "permanent die Lichthupe" betätigt. Mehrere Überholmanöver musste er wegen Gegenverkehrs abbrechen. Als der Mercedes-Fahrer an einer Ampel hielt, fuhr der Drängler neben ihn, kurbelte das Fenster runter und beschimpfte ihn lauthals. Dieser zeigte ihn daraufhin an.

Das Amtsgericht entschied auf 2400 Euro Strafe wegen versuchter Nötigung. Dagegen zog der BMW-Fahrer durch alle Instanzen – ohne Erfolg. Bedrängendes Auffahren könne gerade bei gleichzeitigem Betätigen von Lichthupe und Hupe eine "Gewaltanwendung" darstellen, so die Verfassungshüter. Denn als "Gewaltanwendung" gelte nicht nur ein physischer Angriff, sondern auch ein Verhalten, das "Angstreaktionen" auslöse.

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