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Raser haften bei Unfällen mit

dpa KOBLENZ. Raser haften bei einem Unfall in der Regel mit. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Koblenz hervor. Nach Auffassung der Richter gilt das auch dann, wenn für den Streckenabschnitt keine Geschwindigkeitsbegrenzung vorgesehen war.

Der betroffene Fahrzeugführer müsse sich die Gefährlichkeit seiner Fahrweise im Rahmen der so genannten Betriebsgefahr seines Fahrzeugs anrechnen lassen (Aktenzeichen: zwölf U 1 181/05). Das Gericht gab mit seinem Spruch der Schadenersatz- und Schmerzensgeldklage eines Motorradfahrers nur zur Hälfte statt.

Der Kläger war mit etwa 200 Stundenkilometern auf einer Autobahn unterwegs. Als ein Auto nach links ausscherte, um in der Nähe einer Auffahrt die rechte Spur freizumachen, kollidierte das Motorrad des Klägers mit dem Wagen. Der Kläger wurde schwer verletzt. Er hielt dem Autofahrer vor, blindlings nach links ausgeschert zu sein. Der Autofahrer argumentierte, der Kläger sei so schnell gefahren, dass er ihn beim Spurwechsel noch gar nicht habe sehen können.

Das OLG räumte ein, dass sich der genaue Unfallhergang nicht feststellen lasse. Allerdings gehe die hohe Geschwindigkeit des Klägers zu dessen Lasten. Denn er habe die für Autobahnen geltende Richtgeschwindigkeit deutlich überschritten. Auch wenn die Richtgeschwindigkeit rechtlich nicht verbindlich sei, müsse sich ein Fahrzeugführer doch das erhöhte Gefahrenpotenzial entgegenhalten lassen, wenn er diese deutlich überschreite.

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