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Turbo-Loch ist normal

Wenn Dieselfahrzeuge nach dem Tritt auf das Gaspedal verzögert reagieren, liegt das am bekannten Turbo-Loch. Da dies immer noch Stand der Technik ist, ließ das Landgericht München einen Rechtsanwalt abblitzen, der dort Klage auf Annulierung eines Leasingvertrages eingereicht hatte. Sein deutsches Premiumfahrzeug hatte sich der Anwalt anders vorgestellt.

MÜNCHEN. Nachdem er ein deutsches Premiumfahrzeug mit über 200 PS geleast hatte, musste der Advokat alsbald feststellen, dass der Bolide eine Anfahrtsschwäche aufwies, die sich in einer zeitlichen Verzögerung von etwa einer halben Sekunde beim Anfahren äußerte. Das sei bekannt, aber zu machen sei da nichts, wurde ihm vom Hersteller beschieden. Premium hatte sich der Anwalt anders vorgestellt und wollte deshalb sein Fahrzeug zurückgeben. Da sich der Hersteller dem verweigerte, focht er den Leasingvertrag wegen arglistiger Täuschung an, da ihm die Mängel verschwiegen worden seien. Schließlich traf man sich vor Gericht. Das Gericht wies die Klage auf Rückabwicklung des Leasingvertrages jetzt ab. Ein vom Gericht bestellter Sachverständiger hatte nämlich die Angaben des Herstellers bestätigt, wonach die bemängelte Anfahrtsschwäche bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe dem Stand der Technik entspricht und ferner Dieselmotoren mit Turbolader - wie auch hier - in das sogenannte „Turbo-Loch“ fielen, was seit dreißig Jahren bekannt und noch immer Stand der Technik sei. Lebensgefährlich und bedrohlich sei diese Anfahrtsschwäche nicht. Eine Täuschung des Klägers konnte das Gericht insoweit nicht erkennen (Az.: 29 O 6962/07)

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