Aktuelle Urteile
Probleme mit dem Linksverkehr

In vielen Ländern müssen Urlauber und Geschäftsreisende links fahren. Nicht allen bekommt der Seitenwechsel. Wie Gerichte urteilen.

Zypern

Zwei Freundinnen reisten nach Zypern und mieteten ein Auto. Da eine mit dem Linksverkehr nicht zurecht kam, fuhr fortan die andere. Eines Nachts verpasste sie eine Ausfahrt, wendete auf der Landstraße, verlor dabei im Dunkeln die Orientierung und fuhr kurz auf der rechten Spur zurück. Hier kam es zur Kollision, die Beifahrerin musste ins Krankenhaus. Die Kosten von 10 819 Euro forderte deren Krankenkasse von der Bruchpilotin zurück. Ohne Erfolg: Auf einem unbeleuchteten Abschnitt kurz nach rechts zu geraten, sei kein grober Schnitzer, sondern entschuldbares "Augenblicksverschulden" (Oberlandesgericht Koblenz, 12 U 1197/03).

Südafrika

Der Ehemann der deutschen Veranstalterin holte eine Reisegruppe am Flughafen ab, fuhr jedoch auf dem Weg ins Hotel beim Rechtsabbiegen schnurstracks in den Gegenverkehr. Die Urlauber erlitten zum Teil heftige Verletzungen. Daheim verklagten sie die Reiseveranstalterin auf Schadensersatz. Mit Erfolg: Sie müsse sich den Fahrfehler ihres Mannes zurechnen lassen, so die Richter. Dass dieser Schuld war, stehe außer Frage: Rechtsabbiegen entspreche am Kap "unserem Linksabbiegen". Der geradeaus fahrende Gegenverkehr habe also in jedem Fall Vorfahrt (Oberlandesgericht Celle, 11 U 237/01).

England

Ein Prokurist fuhr mit dem Firmenwagen in Urlaub. Am dritten Tag vergaß er die britischen Gepflogenheiten und fuhr nach einem Zwischenstopp auf der gewohnten rechten Spur weiter. Das Schicksal ereilte ihn nach der zweiten Kurve in Form eines grauen Fords: Frontalaufprall, 20 000 Euro Schaden am Firmenwagen. Die Vollkasko des Arbeitgebers musste nicht zahlen: In England rechts zu fahren sei auch am Urlaubsanfang nicht zu entschuldigen, so die Richter (Landgericht Mainz, 7 O 391/97).

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