Alle Autohersteller denken über Einstiegsmodelle nach
Billigauto Logan erringt ersten Etappensieg

Der französische Autokonzern Renault ist mit seinem viel beachteten Billigauto Logan in Westeuropa besser aus den Startlöchern gekommen als erwartet.

hz FRANKFURT/M. Wenige Wochen nach dem Verkaufsstart des Dacia Logan zeichnet sich ab, dass der Wagen auch auf diesen gesättigten Märkten eine Nische gefunden hat. In Renaults Heimatland war das geplante Jahreskontingent von 5 000 Wagen nach Unternehmensangaben bereits nach zehn Tagen vergeben.

„Es hat keine Kannibalisierung durch den Logan mit anderen Renault-Modellen gegeben. Wir haben mit dem Wagen völlig neue Kunden gewinnen können“, sagte Renault-Deutschlandchef Jacques Rivoal. Ex-Renault-Chef Louis Schweitzer, hat damit seinem seit April amtierenden Nachfolger Carlos Goshn einen ersten Achtungserfolg beschert. Viele Experten hatten dem Fahrzeug wegen seines biederen Designs und bescheidener Technikausstattung keine Chancen auf dem westeuropäischen Markt eingeräumt.

Doch bisher ist Renaults Rechnung aufgegangen, angesichts der anhaltenden Wirtschaftsflaute auch im Automobilbereich auf den „Geiz-ist-geil“-Trend aufzuspringen. Miserable Crashtest-Ergebnisse und erste Rückrufaktionen stören die Käufer offenbar nicht. In Belgien, wo der Wagen erst Ende des Jahres startet, verkaufte ein Autohaus, das die Wagen auf eigene Rechnung importierte, allein an einem Wochenende 45 Fahrzeuge.

Von französischen Verhältnissen kann im Rest von Europa keine Rede sein. In Deutschland, wo Renault bis Ende des Jahres 3000 Logans an den Kunden bringen will, liegen für den Wagen nach den Worten Rivoals inzwischen zirka 500 Bestellungen vor. Eine ähnliche Größenordnung wird auch aus Spanien gemeldet. Da der Verkauf in beiden Ländern erst am 17. Juni begann, dürften die Zahlen Goshn ebenfalls Freude machen. Bisher ist der Wagen, für den Renault praktisch keine Werbung macht, in Westeuropa nur auf den drei Märkten Frankreich, Deutschland und Spanien zu haben. Die Benelux-Staaten und Schweiz folgen dann im November. In Italien und Österreich startet der Wagen erst Anfang 2006.

Auch die anderen großen europäischen Hersteller sind inzwischen auf den Zug zum Billigauto aufgesprungen. Toyota und Peugeot-Citroën bieten seit wenigen Monaten einen in einem gemeinsamen Werk in Tschechien gefertigten Kooperations-Kleinwagen für unter 9000 Euro an. Volkswagen tritt mit dem knapp 9000 Euro teuren Kleinwagen Fox gegen den Logan an, Ford geht mit dem Ford Ka Student für 8000 Euro ins Rennen und auch Opel verkauft seit letzter Woche eine abgespeckte Version des Kleinwagens Corsa für einen Preis von unter 10 000 Euro.

Als 5000-Euro-Auto war der Logan von Schweitzer als Wagen für die Schwellen- und Entwicklungsländer geplant worden. Ursprünglich sollte er in Westeuropa niemals verkauft werden. Erst die starke Resonanz auf den Wagen ließ die Franzosen umdenken und im September vergangenen Jahres eine Kehrtwende vollziehen. Nun wird der Logan auch hier verkauft.

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