Alleinschuld trotz überhöhten Tempos des Gegenverkehrs
Linksabbieger: Richter verlangen höchste Aufmerksamkeit

Bei einem Unfall droht Linksabbiegern Alleinschuld, selbst wenn der Gegenverkehr mit überhöhtem Tempo unterwegs war. Das geht aus einem Urteil des Amtsgerichts Plön hervor, auf das der Deutschen Anwaltverein (DAV) hinweist.

HB BERLIN. Im vorliegenden Fall bog ein Autofahrer den Angaben zufolge von einer Bundesstraße links ab und stieß dabei mit einem entgegenkommenden Fahrer zusammen. Dieser fuhr 74 km/h statt der erlaubten 60 km/h und wollte trotz der Geschwindigkeitsüberschreitung seinen Schaden ersetzt bekommen. Der Beklagte verweigerte die Zahlung, mit der Begründung, dass der Kläger zu schnell gefahren sei.

Der Abbiegende muss aber den Schaden allein zahlen, urteilte das Gericht nach Angaben des DAV. Eine Aufteilung des Schadens komme hier nicht in Betracht. Linksabbieger müssten wegen der erhöhten Gefahr besonders vorsichtig und defensiv fahren. Dies habe der Beklagte offensichtlich nicht getan, da er den Kläger sonst hätte sehen müssen.

Aktenzeichen:
Amtsgericht Plön, Urteil vom 14. Dezember 2005, Az: 2 C 1197/04

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