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Alte Automodelle oft noch im Programm

dpa/gms BRüHL/SAARBRÜCKEN. Die Automobilindustrie entdeckt den Generationswechsel auf Raten. Denn obwohl das neue Modell bereits bei den Händlern steht, wird der Vorgänger in vielen Fällen weiterhin angeboten - und zwar meist zu einem deutlich verringerten Preis.

Während der Nachschub im „Schlussverkauf“ üblicherweise knapp wird, ist die Versorgung etwa beim Renault Clio vorerst gesichert. Denn obwohl die Franzosen gerade die dritte Generation des Kleinwagens einführen, läuft der Vorgänger nach Angaben der Deutschlandzentrale in Brühl als Clio Campus mit eingeschränkter Motoren- und Ausstattungsvielfalt weiter vom Band.

Allerdings ist der Wagen nach Angaben von Produktmanager Nils Heine jetzt 1 750 Euro günstiger als das letzte Einstiegsmodell der zweiten Generation. Im Vergleich zum neuen Einstiegsmodell spart der Käufer sogar 2 000 Euro.

Ähnlich macht es Fiat mit dem Punto: Weil der Neue gut 20 Zentimeter in die Länge geht und mit 4,03 Metern fast schon in die Kompaktklasse gehört, bleibe der alte Punto als Bindeglied zwischen dem Kleinstwagen Panda und dem Grande Punto weiter im Programm, sagt Fiat-Sprecher Thomas Kern in Frankfurt/Main.

Allerdings wird es den bisherigen Punto nur noch in einer Ausstattungsvariante sowie mit einem Diesel, einem Benziner und mit Erdgas-Antrieb geben. Dabei stellt auch Fiat Sparmöglichkeiten in Aussicht: „Der Grande Punto wird in der Basisversion ab 10 900 Euro angeboten“, sagt Kern. „Beim "alten" Punto stehen die Preise noch nicht fest, wahrscheinlich liegt der Preis jedoch unter 10 000 Euro.“

Dass diese Strategie erfolgreich sein kann, zeigen die Erfahrungen von Skoda. Dort wird die erste Generation des Octavia schon seit gut einem Jahr als Octavia Tour parallel zum Nachfolger verkauft und übertrifft die Erwartungen der Deutschland-Niederlassung in Weiterstadt (Hessen) bei weitem. „Statt der anfänglich 5 000 geplanten Tour-Modelle für das gesamte Jahr 2005 haben wir davon allein bis Juli schon 7 000 zugelassen“, sagt Skoda-Sprecher Christoph Ludewig.

Zwar kann man alt und neu nicht direkt vergleichen, doch unterm Strich können Kunden auch bei Skoda sparen. „Die Preise für eine Octavia Tour Limousine beginnen bei 12 690 Euro. Der Einstiegspreis des neuen und besser ausgestatten Octavia dagegen liegt bei 14 490 Euro.“ Das ergibt eine mögliche Ersparnis von 1 800 Euro.

Wird das alte Modell nicht weitergebaut, stehen viele Autokäufer angesichts des oft mit einem Generationswechsel verbundenen Preisanstiegs vor der Wahl zwischen einem „neuen Alten“ oder einem „gebrauchten Neuen“. „Wenn es ums Geld geht, ist das Auslaufmodell beinahe immer wahrnehmbar günstiger als ein jüngerer Gebrauchter der nachfolgenden Generation“, rät Dieter Fess vom Prognoseinstitut Bähr & Fess Forecasts in Saarbrücken. Allerdings seien dann Extras wie ein Navigationssystem ein Muss: „Wer heute auf solche Accessoires verzichtet, spart an der falschen Stelle. Das kann sich später durchaus als Wiederverkaufshemmnis entpuppen.“

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