Alternative Antriebe
Hybrid-Autos buhlen um Käufer

Das Angebot neuer Modelle mit Elektro- und Hybridantrieb nimmt 2014 stark zu. Die Automobilindustrie forciert Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge, deren Batterien an der Haushaltssteckdose „tanken“ können. Macht ihr Kauf Sinn?
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DüsseldorfZu den Autos, die derzeit Furore machen, gehört der Supersportler Porsche 918 Spyder. Er fasziniert mit einem Superlativ an Leistung und Technologie: 652 kW/887 PS Systemleistung, von null auf 100 km/h in 2,8 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 345 km/h, rein elektrische Fahrt bis maximal 150 km/h und 3,3 Liter Normverbrauch auf 100 Kilometer. Alles für einen Grundpreis von 768 026 Euro.

Der 918 Spyder ist derzeit der Überflieger bei den Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen. Sein 4,6-Liter-V8-Mittelmotor ist mit einem Hybridmodul und einem Siebengang-Doppelkupplungs-Getriebe zu einer Antriebseinheit verschraubt. Seine Leistung von 447 kW/608 PS und die des Elektromotors im Hybridmodul von 115 kW/156 PS offerieren zusammen mit der 95 kW/129-PS-E-Maschine an der Vorderachse die enorme Systempower.

Was der elektrifizierte Rennwagen mit anderen Hybrid-Autos gemein hat, ist der Zulieferer vom Bodensee. Denn Hybrid-Getriebe und -Komponenten von ZF Friedrichshafen arbeiten in Antriebssträngen von zahlreichen aktuellen Serienfahrzeugen: So etwa in den BMW ActiveHybrid-Modellen der 3er-, 5er- und 7er-Baureihe, die über die Hybrid-Variante des sparsamen 8-Gang-Automatikgetriebes verfügen, wie auch der Audi Q5 Hybrid Quattro.

Ebenso ist der Volkswagen Jetta Hybrid mit dem Hybridmodul des Zulieferers ausgerüstet. Aber als Krönung der Hybrid-Anstrengungen ist schon der Porsche 918 Spyder zu sehen, dessen Stückzahl auf insgesamt 918 Fahrzeuge begrenzt ist.

Der weltweit produzierende Automobil-Zulieferer ZF hat längst das Attribut "Spezialist für Zahnräder und Wellen" abgelegt. Er hat im Ringen um effiziente Fahrzeug-Antriebe alle notwendigen Kompetenzen, um intelligente und zukunftsweisende Konzepte zu realisieren. So präsentierte er der Presse dieses Jahr ein Konzeptauto, das als Innovationsträger den Anspruch des Konzerns verdeutlicht.

Für das Konzeptauto hat der Zulieferer einen kompletten rein elektrischen Antriebsstrang entwickelt, inklusive Leistungselektronik und Energiemanagement. Das Fahrwerk erhielt Leichtbau-Komponenten, die das Gewicht deutlich reduzieren.

Der Weg führte bei ZF zur Entwicklung aller Komponenten für die Elektrifizierung des Autos und zu einem breiten Angebot. Von Mildhybrid-Autos, deren E-Maschine leistungssteigernd den Verbrennungsmotor unterstützt, über Vollhybrid-Pkw, die zusätzlich rein elektrisch fahren, bis hin zu Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen, bei denen die Hochspannungs-Batterie an der Steckdose aufgeladen wird, reicht das Spektrum der Komponenten.

Dazu zählt unter anderem als Kernkomponente die elektrische Maschine, die in unterschiedlichen Leistungsvarianten gebaut wird. Außerdem gehören dazu Module mit integrierter Trennkupplung, die das rein elektrische Fahren von Vollhybrid-Autos erst möglich macht, aber ebenso die passende Leistungselektronik sowie spezielle Steuerungs-Software.

Der Verkauf von Hybrid-Fahrzeugen soll in den kommenden Jahren stark zunehmen, wird von Branchenkennern und Unternehmensberatungen vorausgesagt. Zurückhaltend bewertet die Prognosen Dr. Ralf Kubalczyk, Entwicklungsleiter Hybridgetriebe bei ZF: "Das höchste CO2-Einsparpotenzial werden aufgrund ihres hohen Verbreitungsgrades bis zum Jahr 2020 noch Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb haben."

Für ihn könnte sich dieses Bild um das Jahr 2030 wandeln. Kubalczyk: "Dann dürften weltweit so viele Hybridfahrzeuge im Einsatz sein, dass sie den Hauptanteil des CO2-Einsparpotenzials von Automobilen tragen." Dazu zähle ZF auch Plug-in-Hybride sowie elektrische Fahrzeuge mit verbrennungsmotorischem Range-Extender.

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