Alternative zum Dieselmotor
Autobauer vertrauen dem Hybridantrieb

Der Hybridantrieb, bei dem ein herkömmlicher Verbrennungsmotor mit einem Elektroantrieb kombiniert wird, hat die Großserie erreicht. Vor allem in den USA und Japan ist die innovative Technik ein Verkaufs-Schlager und eine Alternative zum Diesel, der in diesen Ländern keine Verbreitung hat.

HB DÜSSELDORF. Allein Toyota plant in diesem Jahr in den USA den Verkauf von rund 200 000 Neuwagen mit Hybridantrieb. Zum Vergleich: Das sind fast doppelt so viele wie BMW 2004 von der gesamten 3er-Reihe in den USA absetzte. Im Benzin- und Diesel-Markt Europa dagegen spielt Toyotas Mischmotorisierung bisher nur eine Nebenrolle. Als Toyota vor etwa vier Jahren den Prius auf den deutschen Markt rollte, war das für viele Zukunftsmusik. Das erste Hybrid-Serienauto der Welt wurde zum Öko-Mobil abgestempelt – so wie das Drei-Liter-Auto oder das erste Fahrzeug mit Brennstoffzellenantrieb. In der Grundversion ist der Prius etwa 3 000 Euro teurer als ein vergleichbarer VW Passat.

Inzwischen sind die Zweifler verstummt. Die Anzeichen mehren sich, dass sich der Hybridantrieb auch hier zu lande zur dritten Antriebstechnologie – neben Benzinern und Diesel – entwickeln wird. „Spätestens in zwei bis drei Jahren wird die Technik auf dem europäischen Markt dem Diesel Konkurrenz machen“, schätzt Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center of Automotiv Research (CAR) an der Fachhochschule Gelsenkirchen. Alle Hersteller arbeiten inzwischen daran. Treiber ist nicht nur die verschärfte Diskussion um die Reduzierung des Partikelausstoßes bei Dieselfahrzeugen. „Die europäischen Automobilhersteller werden es ohne den Hybrid nicht schaffen, bis 2008 ihre Selbstverpflichtung von 140 g Kohlendioxid pro Kilometer zu erreichen“, sagt der Autoexperte. Schon auf der nächsten IAA im September, würden die europäischen Herstellern erste Pläne für eine Serieneinführung präsentieren.

Auch die Autozulieferer setzen auf den Trend zum Hybridmotor. So entwickelt Siemens VDO derzeit ein spezielles Baukastensystem für den Hybridantrieb. Es soll Automobilherstellern die kurzfristige Markteinführung hybrider Antriebssysteme mit einer zusätzlichen elektrischen Leistung bis 75 Kilowatt ermöglichen. Continental will nach dem erfolgreichen Serienstart eines Mild-Hybridsystems für Pickups von General Motors – hier unterstützt ein Elektromotor den Verbrennungsmotor beim Beschleunigen – die Hybrid-Kompetenzen ausbauen. Geplant ist die Entwicklung von Full-Hybrid-Systemen und regenerativen Bremssystemen, um in den kommenden Jahren für jede Fahrzeuggröße einen optimal ausgelegten Hybrid-Antrieb liefern zu können. Ein Full- oder Strong-Hybridfahrzeug lässt sich im Gegensatz zu einem Mild-Hybrid auch rein elektrisch fahren.

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