Am schnellsten beschleunigende Autos Wer baut den Supersprinter?

Wenn Elon Musk behauptet, Tesla werde den schnellsten Serienwagen bauen, horchen nicht nur E-Auto-Fans auf. Unter den traditionellen Herstellern treiben bereits einige ihre Boliden auf aberwitziges Niveau. Eine Übersicht.
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Wird ab September ausgeliefert: Der Bugatti Chiron, der aus dem Stand auf 100 km/h in 2,5 Sekunden sprintet  Quelle: Bugatti
Wird ab September ausgeliefert:

Der Bugatti Chiron, der aus dem Stand auf 100 km/h in 2,5 Sekunden sprintet

Noch vor wenigen Jahren waren Sprintwerte von unter drei Sekunden unvorstellbar. Mittlerweile haben einige Sportwagenschmieden diese Marke jedoch geknackt. Immerhin fünf etablierte Hersteller (keine Tuner oder Exoten) bieten derzeit entsprechende Supersprinter an. Ein sechster scharrt schon mit den Füßen.

Schaut man bei Ferrari in die Datenblätter, findet sich kein Modell mit einer Zwei vor dem Komma. 458 und 488 sollen im Idealfall 3,0 Sekunden möglich machen. Schneller ist aber wohl der LaFerrari, der laut Hersteller die Sprintdisziplin in unter drei Sekunden abhakt. Auf die Zehntelsekunde genau will man sich in Maranello allerdings nicht festlegen. Und noch eine Besonderheit trennt den LaFerrari von 458 und 488: Er ist limitiert, also nur bedingt mit reinen Serienmodellen zu vergleichen.

Konkreter ist man beim Mitbewerber Lamborghini: Der Aventador fährt als Coupé und Roadster in der Standardversion in 2,9 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Die geschärften Superveloce-Varianten (552 kW/750 PS) werden sogar mit 2,8 Sekunden angegeben.

Ein National-Eiligtum in Bildern
Wie geschaffen für die Landstraße und den Fahrspaß-Ausflug
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Als perfekter Fluchtwagen empfiehlt sich der neue Porsche Turbo aufgrund seiner Beschleunigung und seines rennsportlichen Fahrwerks. Allerdings ist er ein wenig zu auffällig, um wirklich unterzutauchen. Dafür klappt die Flucht aus dem Alltag aber mit dem Stoffdach-Cabrio besonders erfrischend. Und überraschend komfortabel.

Die neuen Top-Modelle der Baureihe 991 II, wie der überarbeitete 911 intern heißt, bringen im Falle des Turbo 540 PS und beim Turbo S 580 PS auf die Straße.
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Und damit die enorme Leistung auch wirklich ankommt, hat Porsche das Allrad-System erneut überarbeitet, und für noch mehr Traktion gesorgt, als man im Alltag braucht. Um die Grenzen des Turbo S zu erleben, muss man schon auf die Rennstrecke.

Blick ins Cockpit:
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Um sich von den ebenfalls zwangsbeatmeten Carrera und Carrera S mit 3,0 Litern Hubraum abzuheben, bleibt es beim Turbo bei 3,8 Litern – beim S-Modell hat Porsche zudem einen größeren Verdichter eingebaut. Leistungstechnisch gab es außer einem erhöhten Einspritzdruck kaum etwas zu verbessern, deshalb haben sich die Ingenieure der Fahrbarkeit des Boxermotors angenommen.

Er wirkt schon im Stand schneller als viele andere
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Wer bei Tempo 80 im Sport Plus-Modus zart das Gaspedal tritt, ist schon 1,9 Sekunden später auf 120 km/h. Und das macht auch offen richtig Spaß.

Sommer, Sonne, Spaßmobil:
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Das 911er-Cabrio mit Turbo-S-Motorisierung, Allradantrieb, mitlenkenden Hinterrädern und Sport-Chrono-Paket schafft den Standardsprint aus dem Stand auf 100 km/h in 3,0 Sekunden, bis zur 200-km/h-Marke vergehen nur 10,4 Sekunden und Schluss mit der Tempobolzerei ist erst bei 330 km/h.

Eine technische Eigenheit unterscheidet die Turbo-Turbos von den Carrera-Turbos: die variable Turbinengeometrie VTG.
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Mit deren Hilfe wird die im Abgas enthaltene Energie im Lader besser genutzt. Strömt viel Abgas, öffnet ein elektrischer Steller die vor der Turbine angebrachten Leitschaufeln. Viel Zustrom bedeutet viel Leistung. Bei niedriger Drehzahl hingegen verengen die Schaufeln den Querschnitt vor der Turbine.

Entscheidend ist das beim Tritt aufs Gaspedal nach einer Bummelfahrt: Der kleinere Querschnitt beschleunigt die durchströmende Luft und sorgt so dafür, dass der Lader deutlich schneller auf Touren kommt.

Mit all der Elektronik von Motor, Allrad, Getriebe, Fahrwerk und Lenkung lässt sich der 1,6 Tonnen schwere Sportwagen erstaunlich handlich bewegen:
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Aktive Motorlager, Hinterachslenkung, Wankausgleich, aktive Spoiler vorne und hinten und Torque Vectoring machen es möglich. Beim Turbo S gehört das fast alles zur Serienausstattung, beim Turbo sind Systeme wie die Hinterachslenkung gegen Aufpreis erhältlich.

Ebenfalls knapp in die Sub-3-Riege vorgearbeitet hat sich Porsche mit dem 911 Turbo. Während der „normale“ Turbo mit 3,0 Sekunden noch draußen bleiben muss, stößt der 427 kW/580 PS starke Allrad-Elfer Turbo S seine flache Schnauze mit 2,9 Sekunden denkbar knapp in die Tür des elitären Clubs.

Die noch junge Sportwagenmarke McLaren ist angetreten, das Establishment zu verblüffen. Das gelingt derzeit ganz besonders gut mit dem 496 kW/675 PS starken 675LT, der ebenfalls 2,9 Sekunden möglich macht. Den noch schnelleren Hybrid-Renner P1, der den Sprint in 2,8 Sekunden schafft, hat McLaren 2015 eingestellt. Er war - wie der Porsche 918 Spyder und der Ferrari LaFerrari - aber auch von Anfang an als limitiertes Modell auf 375 Exemplare angelegt.

Doch allen versnobten Lambos, Porsches und McLaren stiehlt ein eher proletarisch angehauchter Japaner die Show: Der Nissan GT-R soll in seiner aktuellen Version eine Fabelzeit von 2,7 Sekunden hinlegen. Das gilt für den normalen GT-R wie auch für die härtere Nismo-Variante.

Was uns am neuen GT-R gefällt, und was nicht
Gelungene Spreizung: Mehr Sport und mehr Alltag im neuen GT-R
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Für das neue Modelljahr ändert Nissan am Supersport-Aushängeschild so viel wie nie zuvor seit der Markteinführung 2007: Steifere Karosseriestruktur, modifiziertes Fahrwerk und eine Leistungsspritze für den 3,8-Liter-Twin-Turbo-V6 steigern das Dynamikpotenzial. Gleichzeitig wird der neue GT-R komfortabler als je zuvor.

Kräftige Konturen, starke Kanten, breite Schultern
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Form und Charakter des Nissan GT-R sind unverwechselbar. Die Formensprache verneint sanfte Kurven, maskuline Kanten sollen zeigen: Ein harter Kerl zwar, aber auch einer zum anlehnen.

Die GT-R-Geschichte reicht zurück bis 1969.
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Der erste Skyline GT-R war noch eine klassische viertürige Limousine. Seit 1969 bis zum aktuellen GT-R entstanden, wie die interne Bezeichnung „MY17“ verrät, 17 Generationen GT-R.

Weniger Knöpfchen, mehr Infos
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Nicht wenige kennen den GT-R aus Playstation-Rennspielen. Ihr Spieltrieb wird auch im echten Modell bedient. Für manche hat das Daten sammeln, bewundern, und vergleichen ein ebenso großes Suchtpotenzial wie der eigene Ausflug auf die Rennstrecke.

Nissan macht auf edel
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Innen im GT-R gibts inzwischen neben mehr edlem Leder auch Handnähte und mehr Stille. Unter anderem weil die Stereoanlage aktiv Frequenzen zur Geräuschminimierung ausstrahlt. Der Effekt: Man unterhält sich bei Tempo 130 ganz entspannt und versteht jedes Wort. Das war nicht immer so im GT-R.

Große Klappe, viel Technik dahinter
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Die Motorhaube wurde verstärkt und trägt zur Fahrstabilität bei höheren Geschwindigkeiten bei. Für die Kraftübertragung sorgt ein wie immer ein Sechs-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe.

Die Drehzahl fest im Blick
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Auch wenn es mittlerweile etwas unmodern wirkt: Im GT-R bleibt es beim 6-Gang-Automatikgetriebe. Wie schnell man in den roten Drehzahlbereich geraten kann, zeigt eindrucksvoll die Launch Control, die den Wagen in weniger als 3 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 katapultiert. Geschaltet wird mittlerweile mit mitlenkenden (statt starren) Paddles am Lenkrad.

Der Noch-Sprintkönig wird allerdings bald schon vom Thron gestoßen: Der Bugatti Chiron, der offiziell im September 2016 auf den Markt kommt, absolviert laut Hersteller den 100-km/h-Sprint in 2,5 Sekunden. Für diese Ausnahme-Performance muss Ausnahme-Technik herhalten: Der Chrion hat 16 Zylinder, 1.103 kW/1.500 PS und den dafür unvermeidlichen Allradantrieb.

Angesichts der immer frecher vorpreschenden E-Mobilität mutet der Chiron allerdings wie ein letzter großer Kraftakt der Dinosaurier an. Die zunehmende Elektrifizierung der Antriebe bietet am Ende nämlich das größte Potenzial für ultraschnelle Spurts. So legt Teslas Model S, nur eine Luxuslimousine und kein Supersportler, mit 396 kW/539 PS bereits jetzt einen Sprint in glatt 3,0 Sekunden hin.

Wenn der Tacho bis 500 reicht
500 Exemplare wird es vom Chiron nur geben, gut 200 sind bereits verkauft
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Man macht sich ja keine Vorstellung, mit welchen Schwierigkeiten Entwickler eines Supersportwagens konfrontiert sind. Da hat man den stärksten Serienmotor der Welt konstruiert, 1.500 PS, und es gibt keinen Motorenprüfstand auf den man ihn testen kann. Reifen werden üblicherweise auch nicht bis knapp 500 km/h geprüft, wie also sicherstellen, dass sie einem nicht um die Ohren fliegen? Und dann diese gut 1,60 lange Alu-Spange, die sich einfach nicht so herstellen lässt, wie vom Design vorgesehen. Was tun? Die Antwort: Wenn das Auto ein Bugatti werden soll, muss man in Superlativen denken ...

Nach vier Jahren Entwicklungszeit bringt Bugatti im Herbst den Chiron auf den Markt.
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Der Supersportwagen ist der Nachfolger des bis 2015 insgesamt 450-mal gebauten Veyron. Gleichzeitig ist der Zweisitzer die Steigerung des Superlativs: War der Veyron schon luxuriös (ab 1,2 Millionen Euro), stark (zuletzt 1.200 PS) und schnell (Rekordhalter mit 431 km/h), so soll ihn sein Nachfolger in allen Belangen übertreffen ...

Bugatti Chiron
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Zeitlos ist das Design, aber mit Details an die man sich erinnert: Wie zum Beispiel die Mittelfinne, die sich über das gesamte Auto bis ins Heck zieht und die eine Reminiszenz an den Kamm des Vorkriegswagens Atlantic ist

Bugatti-Lenkrad
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Im kompletten Innenraum gibt es fast kein einziges Teil aus Kunststoff. Nur am Anschnallgurt musste aus Sicherheitsgründen Kunststoff verwendet werden. Ansonsten gilt „What you see is what you get“, alles was nach Metall, Leder oder Carbon aussieht, ist es auch.

Die typische Bugatti-Linie hat natürlich eine wichtige Funktion:
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Hinter der seitlichen C-Spange verbergen sich die Lufteinlässe für den Mittelmotor

Bugatti Chiron
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Bleibenden Eindruck hinterlässt das Heck mit seiner umlaufenden Abrisskante. Das sieht nicht nur spektakulär aus, sondern sorgt auch dafür, dass während der Fahrt ein Sogeffekt entsteht, der die im Motorraum angestaute Luft abziehen lässt

Bugatti Chiron
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Für den 436 Kilo schweren Motor mussten alle anderen Fahrzeugteile abspecken. Mit Leichtbau am ganzen Auto kompensiert man das Mehrgewicht, das durch mehr Leistung und Drehmoment entsteht. Motorblock aus Aluminium, Pleuelstangen und Abgasanlage aus Titan, Saugrohr, Monocoque und Hinterwagen aus Carbon sind nur einige Beispiele ...

Und gerade hat Tesla-Chef Elon Musk angekündigt, dass er für Model S und Model X eine neue, stärkere Batterie anbieten wird. Die so genannten P100D-Varianten werden damit nicht nur an Reichweite, sondern auch an Sprint-Power gewinnen: 2,5 Sekunden nannte Musk für das Model S, 2,9 Sekunden für die Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 für das schwerere (SUV) Model X.

Soweit der derzeitige Stand der Serientechnik. Ein rein batteriebetriebenes Experimentierfahrzeug der ETH Zürich und Uni Luzern namens Grimsel hat jüngst sogar einen neuen Weltrekord aufgestellt: 1,5 Sekunden. Und das war ganz bestimmt noch nicht das Ende der (elektrischen) Fahnenstange.

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2 Kommentare zu "Am schnellsten beschleunigende Autos: Wer baut den Supersprinter?"

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  • Ralph S.25.08.2016, 12:45 Uhr
    Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme.


    Hahahahahahahahahahahahahaha



  • Ralph S.17.08.2016, 15:55 Uhr
    Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.


    HAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA



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