Amphibien-Caravan
Der Schwan für die Straße

Wenn ein Unternehmen mit seinem Produkt baden geht, dann bedeutet das meistens nichts Gutes. Bei Jednej Gawlowski schon. Der Inhaber von Yacht Concept entwickelte den ersten Wohnwagen für das Wasser.

DÜSSELDORF. Swan nennt er seinen Amphibien-Caravan, der solarbetrieben auf kleinen Seen und Kanälen schippern kann. Interessenten gebe es bereits genug. Jetzt soll ein Investor her, damit die Produktion beginnen kann.

Der Swan ist ein Exot auf der diesjährigen Reisemobil- und Wohnwagenausstellung Caravan-Salon, dem größten Branchentreffen der Welt in Düsseldorf. 500 Aussteller aus 28 Ländern präsentieren bis zum 3. September ihre Fahrzeuge, Zubehörteile oder erstmals auch Reiseziele für Camper. Die Messe Düsseldorf rechnet damit, dass die Zahl der Besucher auf 160 000 steigen wird.

Schon im Vorfeld prophezeite Hans-Karl Sternberg, Geschäftsführer des Caravaning Industrie Verbandes (CIVD), ein „Neuheiten-Feuerwerk“ auf der diesjährigen Messe. Der Grund liegt darin, dass die Hersteller der so genannten Basismobile, wie Fiat und Mercedes, ihre Chassis komplett erneuert haben. Deshalb mussten auch die Produzenten der Reisemobile ihre Aufbauten neu konzipieren.

Mit großem Bahnhof präsentiert Europas Branchenprimus Hymer sein neues Modell. Verborgen unter einem weißen Laken wartet das Urlaubsmobil auf die Enthüllung: Der Exsis-i, ein 130-PS starker Bus mit sechs Metern Länge und der Innenausstattung eines Reisemobils, soll mit seinem Design an einen VW-Bus erinnern. Und das, obwohl es sich beim Fahrgestell um einen Ford Transit handelt.

Das neue Reisemobil soll sich zu einem ähnlichen Verkaufsschlager entwickeln, wie der Hymer Van oder das Sondermodell der B-Klasse. Beide Fahrzeuge haben dafür gesorgt, dass Hymer im abgelaufenen Geschäftsjahr Umsatz und Gewinn steigern konnte. Der neue Exsis-i soll nun einen neuen Trend bedienen: Als kompaktes Reisemobil ist er wendig genug für den Stadtverkehr und kann auch mit dem neuen PKW-Führerschein gefahren werden.

Traditionell erhofft sich die Branche durch die Düsseldorfer Messe einen Umsatzschub. Aber schon im ersten Halbjahr legte der gesamte Umsatz der Branche mit Neufahrzeugen, Gebrauchtwagen und Zubehör um sechs Prozent auf 2,8 Mrd. Euro zu. „Das Ergebnis in diesem Jahr ist angesichts der Mehrwertsteuererhöhung möglicherweise noch zu toppen“, glaubt Förtsch.

Grundsätzlich geht die Entwicklung bei Wohnwagen hin zu kleineren Varianten. Ab 5 000 Euro ist bereits ein Einsteigermodell zu haben.

Dass sich aber auch gegen den Trend Geld verdienen lässt, beweist der Hersteller Teschner. Er setzt auf große, teure Luxus-Straßenkreuzer. Sein 500-PS starker XL II Prevost Ultimate Class entwickelte sich zum Publikumsmagneten, weil er an exquisitem Innenleben kaum einen Wunsch offen lässt: Sitzbezüge aus weißem Leder, Tischplatten aus Granit und Möbel aus Teak-Massivholz. Hinzu kommen zwei auf beiden Seiten ausfahrbare Erker – falls der Platz immer noch nicht reichen sollte. In den USA und in Dubai fand das 1,7 Mill. Euro teure Modell schon seine Abnehmer. Hierzulande darf es wegen seiner 14 Meter Länge aber nicht fahren. Deutsche Millionäre können aber aufatmen: Das Modell ist auch in der für deutsche Straßen zugelassenen Zwölf-Meter-Variante zu haben.

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