Angaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrates
Autofahrer sollten Warnschilder auf Landstraßen ernst nehmen

Fahrer sollten gerade auf Landstraßen Warnschilder ernst nehmen. Geschwindigkeitsbegrenzungen sowie Hinweise auf Kurven, Straßenschäden oder Wildwechsel erfolgen nach Angaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) in Bonn nicht ohne Grund.

dpa/gms BONN/MÜNCHEN. Oft hätten sich auf den betreffenden Strecken Unfälle gehäuft. Ein am Dienstag veröffentlichter Straßentest des Adac in München hat erneut das geringe Sicherheitsniveau von Landstraßen belegt.

„Man sieht der Straße die Risiken nicht an“, sagt Welf Stankowitz, Referatsleiter Fahrzeug- und Verkehrstechnik beim DVR. Viele Autofahrer seien sich daher der Gefahren nicht bewusst. 60 Prozent der vom Adac untersuchten Landesstraßen bieten bei einem Unfall nur mäßigen Schutz. Dagegen erhielten 70 Prozent der getesten Autobahnstrecken Bestnoten. Untersucht worden war, wie gut eine Straße und ihr Umfeld Autofahrer bei einem Unfall vor Tod oder Verletzungen schützen.

Dabei achteten die Tester unter anderem auf Schutzplanken vor Hindernissen oder die Art und Anzahl von Kreuzungen. Das Unfallgeschehen auf den jeweils untersuchten Strecken floss dagegen in die Bewertung nicht mit ein.

Laut DVR-Sprecher Bernd Kulow sollten sich Autofahrer daher nicht allein auf die jüngsten Testergebnisse verlassen. So könne es auch auf einer technisch gut ausgestatteten Straße „Unfallhäufungsstellen“ geben. Auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin weist in einer Stellungnahme darauf hin, dass die im Adac-Test bewertete „passive Sicherheit“ einer Straße nicht mit dem realen Unfallgeschehen übereinstimmen muss.

Tendenziell ist auf Landstraßen auch das Unfallrisiko am höchsten. Die Unfallfolgen sind schwerer als innerorts und als auf Autobahnen. So ereignen sich laut dem DVR auf diesen Strecken mehr als 62 Prozent aller tödlichen Unfälle. „Leider ist es bei den meisten Autofahrern noch nicht angekommen, dass Landstraßen mit Gefahren verbunden sind“, sagt DVR-Sprecher Bernd Kulow.

Vielmehr würden diese Strecken als angenehm und idyllisch empfunden. Kaum einer denke an die Risiken durch Baumunfälle, verschiedene Verkehrsteilnehmer mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten sowie Kreuzungen und Einmündungen. Das gefahrene Tempo sei dadurch in vielen Fällen deutlich zu hoch. Laut Kulow ist das leichtsinnig: „Man muss sich bewusst machen, dass der kleinste Fahrfehler auf Landstraßen mit dem Tod bestraft werden kann.“

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