Angeblich kein Zusammenhang zwischen Ferienzeiten und hohen Benzinpreisen
Benzin und Diesel so teuer wie nie zuvor

Wer in diesen Tagen mit dem Auto in den Sommerurlaub startet, muss weiterhin Rekordpreise für Benzin und Diesel bezahlen. Ein Liter Superbenzin kostet im bundesweiten Durchschnitt an Markentankstellen mehr als 1,25 Euro, für Diesel sind über 1,10 Euro je Liter zu bezahlen.

HB HAMBURG. Wie der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) am Freitag in Hamburg mitteilte, wurden im Monatsdurchschnitt sowohl bei Benzin wie auch bei Diesel neue Rekordpreise erreicht. Ein Liter Super kostete demnach an den Zapfsäulen im Schnitt 1,217 Euro und Diesel 1,069 Euro. Der Branchenverband der Mineralölkonzerne machte dafür die jüngsten Rekordpreise bei Rohöl verantwortlich. Sie hätten auch die Kosten für Kraftstoffe mit nach oben getrieben.

Am Rotterdamer Markt verteuerte sich laut MWV der Liter Benzin im Vergleich zum Mai um knapp 15 % oder 0,042 Euro auf 0,325 Euro. Der Preis für Diesel sei sogar um 17 % oder 0,055 Euro auf 0,382 Euro pro Liter gestiegen. “Dieser Kostenanstieg an den Beschaffungsmärkten konnte aber nur teilweise an die Autofahrerinnen und Autofahrer weitergegeben werden“, betonte der Verband. „Die Kraftstoffe an den Tankstellen in Deutschland wurden im Juni um gut 0,02 Euro pro Liter teurer.“

Als „absurd“ bezeichnete der MWV die Behauptung, dass die Preise bewusst zum Beginn der Ferienzeit erhöht würden. Der deutsche Markt könne sich den Preisentwicklungen auf dem Weltmarkt nicht entziehen. In den vergangenen zehn Jahren seien die Monate mit den jeweils höchsten und niedrigsten Preisen eines Jahres völlig unterschiedlich verteilt gewesen. In den Ferienmonaten Juni, Juli und August finden sich nur einmal die höchsten Monatsdurchschnitte des Jahres; ebenso finden sich jedoch Jahre, in denen das Benzin im Sommer am billigsten war. Ein kausaler Zusammenhang zwischen Ferienzeiten und hohen Preisen lasse sich nicht feststellen.

Hohe Spritpreise belasten Autofahrer in ganz Europa

Die Rekordpreise bei Benzin und Diesel machen Autofahrern derzeit in ganz Europa zu schaffen. Im Vergleich zu Erhebungen an Pfingsten seien die Kraftstoffe in den meisten europäischen Urlaubsländern zum Ferienbeginn deutlich teurer geworden, teilte der ADAC am Freitag auf Basis eines Preisvergleichs in München mit.

Den größten Preissprung seit Mai machte demnach Diesel in der Schweiz mit einem Anstieg von 13 Cent je Liter auf 1,09 Euro. In Ungarn und Dänemark verteuerte sich Diesel um jeweils acht Cent pro Liter, und in Belgien stieg der Diesel-Preis um sieben Cent seit Mai. Am meisten müssen die Autofahrer für Diesel in Dänemark zahlen, wo der Liter an der Zapfsäule im Schnitt 1,24 Euro kostet. Am günstigsten ist dagegen Spanien mit 0,86 Euro je Liter Diesel.

Auch Super-Benzin sei teurer geworden - bis auf Spanien, Frankreich und Italien, hieß es. Spitzenreiter waren dabei die Niederlande mit im Schnitt 1,40 Euro je Liter Superbenzin, was einem Anstieg von sieben Cent entspreche. In Dänemark zahlen die Autofahrer mit 1,38 Euro neun Cent mehr als noch zu Pfingsten. Die niedrigsten Super-Preise haben die tschechischen Tankstellen mit 0,92 Euro pro Liter. Deutschland liege mit derzeit durchschnittlich 1,24 Euro für Super-Benzin sowie 1,09 Euro für den Liter Diesel im oberen Drittel der europäischen Urlaubsländer.

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