"Anstrengender als mancher glaubt"
Schwabe gründete eigene Formelrennschule

Der Motorrennsport ist die große Leidenschaft des Laichinger Geschäftsmannes Gerd Schwenk. Seit zwei Jahren ist er Mitglied im Porsche Clubsport. Doch der Schwabe begnügt sich nicht damit, Motorrennen auf allen deutschen Rennstrecken zu fahren.

dpa LAICHINGEN. Der Motorrennsport ist die große Leidenschaft des Laichinger Geschäftsmannes Gerd Schwenk. Seit zwei Jahren ist er Mitglied im Porsche Clubsport. Doch der Schwabe begnügt sich nicht damit, Motorrennen auf allen deutschen Rennstrecken zu fahren.

Als er von einem Team der Formelklasse erfuhr, dass zehn Rennwagen zum Verkauf standen, griff er zu. Gemeinsam mit einem Freund investierte Schwenk 700 000 €, kaufte die Autos und gründete die einzige Formelrennschule am Eurospeedway in der Lausitz. Deutschlandweit ist Topspeedracing neben Schulen am Nürburgring und Hockenheim die dritte.

Die Schule bietet ähnlich Rennsport-Verrückten wie Schwenk die Möglichkeit, das Formelfahren auszuprobieren. „Es gibt europaweit nur wenige Formelrennschulen - und das große Manko ist der Preis“, sagt der Ingenieur Schwenk. Für eine Viertelstunde im Boliden zahlten die Fans 2000 €.

Schwenk macht seinen Kunden für die gleichen 2000 € ein anderes Angebot: „Bei uns geht es nicht um eine Viertelstunde, sondern um eine gute Schule mit ausreichender Fahrtzeit und dementsprechendem Genuss“, sagt der Schwabe. So würden die Fahrschüler mindestens eine Stunde Theorie absolvieren, dann erhielten sie eine Einweisung in die Streckenführung und das Auto. „Vor Ort werden sie von etwa zehn Leuten auch auf der Strecke betreut“, betont Schwenk.

Europas größte Motorsportanlage, Eurospeedway, liegt nördlich von Dresden, die Rennstrecke ist 4,5 Kilometer lang. Das Land Brandenburg investierte 160 Mill. €. Im Jahr 2000 gingen die ersten Autos an den Start. Seitdem bemüht sich die Betreibergesellschaft um weitere Angebote rund um die großen Events. „Eine Anlage in dieser strukturschwachen Region braucht Jahre um sich zu etablieren“, sagt Mark Thorsten Lenze, Pressesprecher von Eurospeedway. „Selbstverständlich wirkt sich auch jedes Zusatzangebot am Ring, so wie das der Topspeedracing, positiv auf die Infrastruktur aus und erhöht die Attraktivität der Anlage.“ Auch Schwenk ist optimistisch und setzt auf die Zeit: „Die Rennstrecke existiert erst seit drei Jahren. Den Nürburgring oder Hockenheim gibt es seit Jahrzehnten.“

Vor allem Firmen buchen die Schule als besonderes Event für ihre Mitarbeiter, sagt Schwenk. Er hat beobachtet, wie die Banker, Vertriebsleute oder Mediziner nach 20 Minuten mit wackeligen Knien aus dem Formelauto ausgestiegen sind: „Die richten Bremspunkte zu setzen, die Ideallinie zu finden, sich mit der Technik des Fahrzeuges auseinander zusetzen, ist anstrengender als mancher glaubt“, sagt Schwenk. Hinzu komme die körperliche Beanspruchung durch die Lenkkräfte und die hohe Querbeschleunigung, die auf den Körper wirke. „Schließlich sind wir alle keine Schumis,“ sagt Schwenk lächelnd.

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