Arbeitgeber höchstrichterlich von Lohnzahlungspflicht entbunden
Arbeitnehmer müssen auch bei Glatteis pünktlich sein

Schnee- und Eisglätte können vom Arbeitnehmer im Streitfall nicht als Entschuldigung für morgendliches Zuspätkommen angeführt werden. Darauf hat am Dienstag der Stuttgarter Auto Club Europa (ACE) in einem aktuellen Ratgeber hingewiesen.

HB STUTTGART. Auch ein plötzlicher Wetterumschwung kann danach nicht als Rechtfertigung für Unpünktlichkeit herangezogen werden, jedenfalls dann nicht, wenn der Witterungswechsel angekündigt worden ist.

In dem Ratgeber heißt es: „Das Zeitrisiko des Anfahrtsweges zum Betrieb trägt der Arbeitnehmer. Wer sich auf Grund von Eisglätte, Schneefall und Staus verspätet, hat für die versäumte Zeit grundsätzlich keinen Anspruch auf Zahlung der Vergütung.“

Laut ACE verhalten sich die meisten Arbeitgeber ihren Beschäftigten gegenüber zwar kulant. Häufig sei es auch möglich, verkehrs- und wetterbedingte Verspätungen über gleitende Arbeitszeiten auszugleichen. Falls aber Chefs die erwartete Großzügigkeit missen ließen, müssten sich Arbeitnehmer bei Schnee und Eis eben früher auf den Weg machen, empfahl der ACE.

Andernfalls könnten bei verspäteter Ankunft die Arbeitszeit verlängert oder der Lohn gekürzt werden.

Der Automobilclub verwies zudem auf die einschlägige Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts, wonach Arbeitgeber von der Lohnzahlungspflicht im gegebenen Fall entbunden sind. Bei Schneefall handele es sich nicht um eine „persönliche“ Arbeitsverhinderung wie bei Krankheit oder Unfall, sondern um eine „allgemeine“. Der Arbeitgeber sei jedoch verpflichtet, Lohn und Gehalt dann weiter zu zahlen, wenn beispielsweise auf Grund eines Heizungsausfalls in seinem Betrieb nicht gearbeitet werden kann.

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