Asiatische SUV-Offensive
Das Geld liegt im Gelände

Das SUV-Segment boomt, daher fluten die Hersteller den Autosalon in Paris mit neuen Modellen. Vor allem die Asiaten drängen mit ihren Geländewagen nach Europa. Lexus etwa will mit dem neuen NX das Eis brechen.
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Paris„Wir in den armen Innenstädten haben immer davon geträumt, Lexus zu fahren“, sagt Will.i.am. Schon eine Woche vor dem Autosalon ist der erfolgreiche US-Rapper nach Paris gereist – nicht zur Automesse, sondern zur Fashionweek. Hier präsentierte Will.i.am seine Vision eines Premium-Geländewagens. Für Lexus, die japanische Nobeltochter von Toyota, hat er eine Sonderedition des NX entworfen. Ein mattweißes, tiefergelegtes SUV mit großem Kühlergrill und basslastiger Anlage. Sein NX ist eine Provokation, aber eine kalkulierte.

„Das erste worauf wir bei der Entwicklung des NX Wert gelegt haben, ist, dass wir uns nicht einfach an den drei großen deutschen Premiumherstellern orientiert, sondern etwas ganz eigenes entworfen haben“, sagt Lexus-Chef Tokuo Fukuichi im Gespräch mit Handelsblatt Online.

Die Toyota Nobeltochter, die in Europa traditionell den großen drei deutschen Konkurrenten Audi, BMW und Mercedes hinterherfährt, will endlich auch in Europa bekannter werden. Der NX soll das Eis brechen. Von den 65.000 Fahrzeugen, die Lexus im Jahr 2015 in Europa verkaufen will, soll der SUV rund ein Drittel ausmachen. Der NX wäre damit auf Anhieb das bestverkaufte Modell der Marke.

Dass die Japaner ausgerechnet einen Geländewagen zum Eisbrecher erkoren haben, ist kein Zufall. In einem insgesamt stagnierenden Markt wächst das Geschäft mit den Geländewagen immer noch sehr stark. Mittlerweile ist fast jedes fünfte in Deutschland verkaufte Auto ein SUV. Bis Ende des Jahres sollen 570.000 SUV als Neuwagen zugelassen werden, prognostiziert das CAR-Institut der Uni Duisburg-Essen. Bis 2020 werde der Marktanteil der Geländewagen sogar auf 28 Prozent steigen. Aussichten, von denen alle Hersteller profitieren wollen. Und ein Segment, das vor allem asiatischen Importmarken den Weg ebnen soll.

Im Volumensegment hat Nissan vorgemacht, wie es geht. Der kompakte Qashqai ist trotz seines komplizierten Namens einer der Bestseller der Japaner auf dem europäischen Markt und hat sich alleine im Geschäftsjahr 2013 rund 242.000 Mal verkauft. Mit dem Juke hat Nissan zusätzlich ein Modell mit sehr polarisierendem Design im Angebot – auch hier fallen die Verkaufszahlen in Europa mit 137.000 Modellen ordentlich aus. „Man kann durchaus sagen, dass es sich ausgezahlt hat, dass wir früh auf Crossover-Modelle gesetzt haben“, sagt Nissan-Sprecher Alexander Sellei. Nun ziehen die anderen nach.

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