Audi holt auf
Verschärfter Dreikampf in der Premium-Klasse

BMW und Mercedes-Benz liefern sich ein heißes Wettrennen um den Titel des weltweit absatzstärksten Nobelmarkenherstellers.

HB MÜNCHEN. Nach elf Monaten liegt das Münchner Unternehmen vorn: Mit 1,07 Mill. Autos seiner Kernmarke hat BMW bislang knapp 28 000 mehr verkauft als der Stuttgarter Erzrivale von seinen Mercedes-Benz-Modellen. Trotz zuletzt nur noch magerer Zuwachsraten will sich BMW-Vertriebsvorstand Michael Ganal den Vorsprung nicht mehr nehmen lassen. BMW werde im laufenden Jahr einen Rekordabsatz schaffen und damit der weltweit führende Anbieter von Premium-Automobilen bleiben, erklärte Ganal am Donnerstag. Dabei fielen die Zuwachsraten der Stuttgarter zuletzt höher aus. Mercedes-Benz verkaufte in den ersten elf Monaten 8,4 Prozent mehr Wagen als im Vorjahreszeitraum, bei BMW betrug das Plus knapp fünf Prozent. In den verbleibenden vier Wochen dürfte der bislang milde Winter allen Anbietern helfen.

Im Vorjahr hatte BMW erstmals Mercedes-Benz als absatzstärksten Autobauer im Premiumsegment überholt. Für den Dezember kündigten die Münchner einen kräftigen Anstieg der Verkaufszahlen an: Der neue Geländewagen X5 und das 3er Coupe sollen es richten.

Audi holt auf

Doch die beiden führenden Nobelmarkenproduzenten behalten den Konkurrenten Audi sehr genau im Auge. Die Ingolstädter verkauften bis November zwar noch immer rund ein Viertel weniger als BMW und Mercedes. Allerdings holt die Volkswagen-Tochter auf. Die Wachstumsrate der Marke mit den vier Ringen ist im Vergleich mit den inländischen Wettbewerbern mit einem Absatzplus von 8,7 Prozent im bisherigen Jahresverlauf am höchsten. Hinzu kommt, dass Audi nahezu im Monatstakt neue Modelle auf den Markt brachte. Die VW-Tochter rühmt sich, der „am schnellsten wachsende Premiumanbieter der Welt“ zu sein.

Weltweit dominieren die drei deutschen Anbieter den Markt mehr denn je. Als größter ausländischer Premiumanbieter gilt die japanische Toyota-Marke Lexus, die allerdings nicht einmal die Hälfte der BMW-Absatzzahlen erreicht. Einst große Namen wie Jaguar und Volvo liegen noch weiter abgeschlagen.

Im kommenden Jahr dürfte sich der Dreikampf in der Oberklasse weiter verschärfen. Sowohl bei Daimler-Chrysler als auch bei BMW und Audi sitzen neue Konzernchefs am Steuer. Das Rennen wird sich erneut vor allem im Ausland entscheiden. Während BMW und Mercedes vor allem um die Märkte Nordamerikas ringen, verlegt sich Audi auf den von den Ingolstädtern dominierten chinesischen Markt. Außerdem dürfte es verstärkt um die Gunst der Kunden in Russland und Indien gehen.

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