Audi setzt Modelle auf Diät
Q7 soll fast 400 Kilo abspecken

Der Trend zum Leichtbau bei den deutschen Autoherstellern verstärkt sich. Auch Audi zieht nun Konsequenzen aus den immer strengeren CO2-Auflagen und den neuen Anforderungen, die Elektroautos stellen.
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Die Ansage von Rupert Stadler ist unmissverständlich. „Wir wollen die Gewichtsspirale bei unseren Modellen umdrehen“, kündigte der Vorstandschef der VW-Nobeltochter Audi vergangene Woche in Frankfurt an. Bisher wurde noch jede neue Modellreihe in der Autoindustrie schwerer als ihr Vorgänger. Doch jetzt will Audi diesen Trend radikal umkehren.

„Der nächste große Audi-Geländewagen Q7 soll 370 Kilo weniger wiegen als das aktuelle Modell“, gab Stadler als Ziel vor. Der aktuelle Q7 wiegt mehr als zwei Tonnen. Deshalb werde der Ingolstädter Hersteller noch stärker als zuvor auf Leichtbau setzen. Bereits der neue Mittelklassewagen A6 war 100 Kilogramm leichter als sein Vorgänger ausgefallen.

Der Trend zum Leichtbau unter den deutschen Herstellern verstärkt sich damit. Audi, das im Leichtbau bislang vor allem auf den Werkstoff Aluminium fokussiert ist, hatte jüngst ein Abkommen mit dem Maschinenbauer Voith geschlossen, um die Industrialisierung des Leichtbaustoffs Karbon voranzutreiben.

Auch BMW, das bei Karbon mit SGL Carbon kooperiert, und Daimler, die mit dem japanischen Zulieferer Toray zusammenarbeiten, treiben die Entwicklung gewichtssparender Materialen in ihren neuen Fahrzeugen voran. Daimler-Forschungsvorstand Thomas Weber strebt an, bei jeder neuen Baureihe das Rohbaugewicht im Vergleich zum Vorgänger um bis zu zehn Prozent zu senken.

Die Hersteller ziehen damit die Konsequenzen aus den immer strengeren CO2-Auflagen und den neuen Anforderungen, die Elektroautos stellen. Denn E-Autos haben einen Nachteil: Sie sind wegen den Batterien schwer, was ihre Reichweite reduziert. Was heutige Batterien an Gewicht drauflegen, müssen die Ingenieure an anderer Stelle einsparen. Das größte Potenzial dafür bietet die Karosserie.


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