Auf Filterwechsel achten
Wenn die Klimaanlage müffelt

HB LANDSBERG/STUTTGART. Klimaanlagen sind mittlerweile in vielen Autos selbstverständlich. Doch über den richtigen Umgang mit Klimaanlagen und ihre notwendige Wartung macht sich kaum jemand Gedanken.

„Grundsätzlich ist eine Klimaanlage im Hinblick auf ihre Haltbarkeit auf ein komplettes Autoleben ausgelegt“, versichert Hubert Paulus vom ADAC-Technikzentrum im bayrischen Landsberg. Das heißt aber nicht, dass sie diese Zeit ohne Wartung übersteht. So sorgt ein Kühlmittel für Leistung. Laut Wolfgang Schmidt vom Klimaanlagen-Hersteller Behr in Stuttgart kommt es mit der Zeit aber zu einem gewissen Verlust: „Man kann in aller Regel davon ausgehen, dass die Werksfüllung nach vier bis fünf Jahren schwächelt.“

Die Anlage läuft dann noch mit etwa 60 Prozent der Leistung, was für Insassen spürbar ist - und oft zur Schlussfolgerung führt, die Anlage sei defekt. Tatsächlich lässt sich das Problem in Fachbetrieben beheben, die die Anlage wieder auffüllen.

Andere Bestandteile des Systems haben eine kürzere Lebensdauer. „Es ist ratsam, den Filter für die Innenraumluft vor der Saison auszutauschen“, sagt Johannes Hübner, Sprecher des Automobilclubs von Deutschland (AvD) in Frankfurt/Main. Denn dieser Filter verschmutzt mit der Zeit, wodurch sich der Luftdurchsatz verschlechtert.

Der Filter hat auch die Aufgabe, Pollen festzuhalten. Diese finden sich aber nach einer gewissen Zeit ebenfalls in den Luftkanälen, was bei Allergikern zu Problemen führen kann. Laut Hübner gibt es Unternehmen, die sich darauf spezialisiert haben, die Luftkanäle zu „spülen“. Dabei werden Pollen und ähnliche Rückstände entfernt.

Außerdem können sich auf dem so genannten Verdampfer Bakterien und Pilze bilden. Diese sorgen für unangenehme Gerüche im Innenraum. Dieses Phänomen lässt sich laut Hubert Paulus einfach umgehen: „Damit es nicht zur Bakterienbildung kommt, ist es ratsam, die Klimaanlage am Ende einer Strecke auszuschalten, bevor das Fahrzeug selbst ausgeschaltet wird. In dieser Zeit sollte das Gebläse weiter laufen - es vernichtet dann eventuell vorhandene Restfeuchtigkeit.“

Mittlerweile sind Klimaanlagen komplexe Systeme mit Elektronik und Sensoren. Laut Wolfgang Schmidt ist es eher wenig hilfreich, auf den Knöpfen und Reglern herumzudrücken, um die Anlage zu motivieren. Vielmehr brauchen die Sensoren eine gewisse Zeit, um Messungen vorzunehmen und das nötige Vorgehen in die Tat umzusetzen.

Eines aber hat sich bei allem Fortschritt nicht geändert: Der Einsatz der Klimaanlage führt zu einem Mehrverbrauch an Kraftstoff. Dabei handelt es sich zwar nicht um Unmengen. „Mit einem Mehrverbrauch von 0,3 Litern auf 100 Kilometer ist aber zu rechnen“, so Hubert Paulus. Auch bei der Überlegung, wann der Einsatz der Klimaanlage denn nötig ist, ist also kühler Kopf zu bewahren.

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