Auf Ölspur ins Schleudern geraten - Autofahrer muss haften
Unklare Verkehrslage erfordert Schritttempo

Wer mit seinem Wagen auf einer Ölspur ins Schleudern gerät und mit anderen Fahrzeugen kollidiert, ist für den Unfall grundsätzlich haftbar.

HB SAARBRÜCKEN. Das geht aus einem Urteil des Saarländischen Oberlandesgerichts (OLG) Saarbrücken hervor. Dies gelte jedenfalls, wenn sich schon mehrere Unfälle ereignet hätten und daher jedem aufmerksamen Autofahrer die „unklare Verkehrslage“ bewusst sein müsse. Konkret verlangten die Richter eine Herabsetzung der Geschwindigkeit bis hin zum Schritttempo (Az.: 4 U 313/04-35/05).

Das Gericht gab mit seinem in der Zeitschrift „OLG-Report“ veröffentlichten Urteil der Schadensersatzklage eines Fahrlehrers gegen einen Autofahrer statt.

Der Kläger hatte bemerkt, dass vor ihm Autofahrer wegen einer Ölspur die Kontrolle über ihre Fahrzeuge verloren hatten. Er hielt deshalb an, um Hilfe zu leisten. Zu dieser Zeit näherte sich ein Autofahrer mit hoher Geschwindigkeit, geriet ins Schleudern und kollidierte mit bereits stehenden Fahrzeugen. Dabei wurde der Kläger erheblich verletzt.

Das OLG hielt dem beklagten Autofahrer vor, seine Geschwindigkeit nicht rechtzeitig reduziert zu haben. Denn ein Autofahrer müsse die Geschwindigkeit drosseln, wenn er die Verkehrslage nicht sicher beurteilen könne. Dies habe der beklagte Autofahrer hier nicht ausreichend getan, obwohl ihm bereits gut 2000 Meter vor der Unfallstelle aufgefallen sei, dass mehrere Fahrzeuge angehalten hatten.

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