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Allrad muss nicht immer SUV bedeuten

So genannten Sports Utility Vehicles (SUV) wird eine erfolgreiche Zukunft vorhergesagt. Die Hersteller versprechen, dass sie alles können: perfekt auf der Autobahn, ideal als Familienwagen und bestens in unbefestigtem Gelände unterwegs.

dpa/gms GELSENKIRCHEN. So genannten Sports Utility Vehicles (SUV) wird eine erfolgreiche Zukunft vorhergesagt. Die Hersteller versprechen, dass sie alles können: perfekt auf der Autobahn, ideal als Familienwagen und bestens in unbefestigtem Gelände unterwegs.

Doch Fans von Geländewagen altbewährter Art verzichten gerne auf Lederpolster und zeigen, was offroad geht. Mittlerweile gibt es in dem Bereich, der mehr oder weniger mit dem Begriff Geländewagen verbunden ist, gleich mehrere Fahrzeugklassen. „Da sind zum einen eben jene Geländewagen, die in Richtung der Suvs gehen“, erklärt Professor Ferdinand Dudenhöffer, Automobilforscher an der Fachhochschule Gelsenkirchen. Diese Fahrzeuge vereinten eine begrenzte Geländegängigkeit mit zusätzlichem Komfort und etwas Luxus.

Dann sind da Fahrzeuge, denen die Hersteller eine rustikale Optik verpasst haben, die aber nur so aussehen als hätten sie einen Allradantrieb - geländegängig sind sie also nicht. Der Reiz der Form sei es aber, der dieser Kategorie zu dem größten Wachstumspotenzial verhilft.

An den puristischen Schlammwühlern der Allradzunft dürfte der durchschnittliche Autofahrer so manches vermissen. Es gibt kein Holzfurnier, keine weichen Lederpolster und auch keine elektronischen Helfer. Beim Geländeeinsatz zählen andere Werte. „Ein echter Geländewagen ist auch kompromisslos auf diesen Einsatzzweck ausgelegt“, erklärt Carsten Löbel vom Unternehmen hc-offroad in Bergen (Niedersachsen), das in Deutschland die noch eher unbekannte spanische Marke Santana vertreibt. „Dabei geht es auch um Zuverlässigkeit und Robustheit.“

Ähnlich sieht es Horst Jesche von Volga Int'l Trading & Automotive in Friedberg (Hessen), der Modelle der russischen Marke UAZ anbietet. Diese auf den ersten Blick recht vorsintflutlich wirkenden Geländewagen werden auch vom Militär eingesetzt und sind auf die Bewältigung schwierigster Strecken ausgelegt.

„Mit einem SUV fährt man in der Regel höchstens mal über einen Feldweg“, so Jesche. „Unsere Kunden sind da anders gestrickt, die wollen das Fahren mit dem Allradantrieb im Gelände richtig ausleben.“ Laut Jesche verfügen zwar auch moderne Suvs oft über recht hohe Geländetauglichkeit - aber die wird eben nicht durch den Einsatz robuster Mechanik, sondern vor allem durch elektronische Hilfen erreicht. Gerade das kann speziell bei harten Einsätzen jedoch die Defektanfälligkeit erhöhen.

Laut Löbel legt der typische Käufer eines echten Geländewagens weniger Wert auf einen glänzenden Metalliclack, sondern darauf, dass der Wagen nicht kaputt ist, wenn er im Gelände mal umkippt. Es gehe auch darum, nicht beim kleinsten Problem die nächste Werkstatt ansteuern zu müssen. „Wenn es mal zu einem Defekt kommt, kann man bei diesen Fahrzeugen auch ohne Diagnosegerät noch etwas machen.“

Mittlerweile gibt es auch Automessen, die sich den Vorlieben der „richtigen“ Geländewagen-Fans angepasst haben. Das gilt vor allem für Europas größte Messe in diesem Bereich, die „Abenteuer Allrad“, die vom 15. bis 18. Juni in Bad Kissingen (Bayern) stattfindet. „Wir machen hier keine Automesse im üblichen Sinn, bei der die Fahrzeuge in Hallen präsentiert werden“, erläutert Sprecher Thomas Schmitt. Vielmehr werden die Wagen dort gezeigt, wo sie auch zum Einsatz kommen - im Gelände.

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