Auto der Zukunft
Das Smartphone wird zur Kommandozentrale

Immer mehr Autohersteller bieten ihren Kunden die Möglichkeit, Funktionen per Smartphone oder Tablet zu steuern. Vor allem auf dem Rücksitz ersetzen solche Geräte schon jetzt das konventionelle Bediensystem.
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Ingolstadt/StuttgartWarum noch Tasten und Knöpfe ins Auto einbauen, wenn inzwischen fast jeder ein „Surfbrett“ in der Tasche hat? Immer mehr Fahrzeugentwickler berücksichtigen deshalb die mobilen Endgeräte ihrer Kundschaft für die Bedienung des Autos: Komfort- und Infotainment-Funktionen wie Klima, Navigation oder die Musikanlage lassen sich auch per Smartphone oder Tablet bedienen.

„Davon profitieren vor allem die Hinterbänkler“, sagt Werner Hamberger von Audi. „So hat man vom Fond aus noch leichter Zugriff auf die Fahrzeugsysteme und kann bei der Bedienung ein Wörtchen mitreden.“

Zunächst kommen solche Lösungen in der automobilen Oberklasse zum Einsatz. So hat zum Beispiel Bentley im Flying Spur eine Fernbedienung für die Fondpassagiere in der Art eines Smartphones eingeführt: Etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel und mit einem Touchscreen ausgestattet, surrt sie elektrisch aus dem Mitteltunnel im Fond der Luxuslimousine.

Nimmt man sie dort heraus, kann man damit drahtlos und ohne weitere Schalter die Bildauswahl auf den Monitoren in den Kopfstützen treffen, das Klima regeln, die Jalousien bewegen, die Sitze einstellen, die Navigation programmieren oder auch den Bordcomputer auslesen, erläutert der Hersteller.

Wo man bei Bentley noch ein separates Gerät benötigt, kann man zum Beispiel bei Mercedes sein eigenes iPhone als Kommandozentrale nutzen: Wer eine spezielle App herunterlädt und das Gerät über WLAN mit dem Auto verbindet, kann beispielsweise in der neuen S-Klasse vom Rücksitz aus die Temperatur verändern oder seine Lieblingsmusik auswählen, erklärt Mercedes-Sprecher Michael Allner.

Lange wird dies nicht mehr den Kunden von Luxusautos vorbehalten bleiben. Wenn Volkswagen im Herbst die nächste Generation des Mittelklassemodells Passat auf den Markt bringt, werde „wieder etwas mehr Technik demokratisiert“, verweist VW-Entwicklungschef Heinz-Jakob Neußer unter anderem auf eine neue App, die Passat-Käufer auf ihr Tablet laden können. Über einen WLAN-Hotspot können Mitfahrer damit während der Fahrt surfen oder auch mit dem Infotainment-System kommunizieren.

Was auf dem Monitor im Cockpit angezeigt wird, soll sich auf dem Tablet darstellen lassen: etwa die Routenführung des Navigationsgeräts und die berechnete Ankunftszeit. „Wann sind wir endlich da?“ – diese Quengelei kann sich manches Kind dann sparen.

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Kommentare zu " Auto der Zukunft: Das Smartphone wird zur Kommandozentrale"

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  • Ist ja Klasse, irgendwann braucht man dann auch hier eine Antivirus-Software, nur um das Auto gefahrlos starten zu können.

  • Was soll dieser Unfug?
    Bei einem Chauffeursfahrzeug ist eine Fernbedienung für den Fonds ja noch sinnvoll, ob nun mit Kabel oder ohne, aber im Massenmarkt ist das doch voll daneben. Ca. 90% aller Fahrten werden ohne Mitfahrer durchgeführt. Die Funktionen, die während der Fahrt benötigt werden, die sollten ergonomisch geschickt auf der Fahrerseite platziert werden. Ein rumgefinger am Handy ist doch während der Fahrt sowieso verboten.
    Nur Kram um die Autos noch teurer machen zu können.

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