Auto-Farbgebungstrends
Warum nicht Giftgrün?

Design und Farbe prägen den optischen Auftritt des Autos. Deshalb arbeiten Karosserie-Designer und Lackexperten eng zusammen. Zum Beispiel auch beim Aufspüren von Farbtrends und zur Umsetzung in eine Trendfarbe.
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MünsterDesign und Farbe prägen den optischen Auftritt des Autos. Deshalb arbeiten Karosserie-Designer und Lackexperten möglichst eng zusammen. Zum Beispiel auch beim Aufspüren von Farbtrends und zur Umsetzung in eine Trendfarbe. Und so sieht es zurzeit so aus, als könnte es auf den deutschen Straßen nach Jahren der Dominanz von Schwarz und Grau wieder bunter werden. Das verdeutlicht ein Gespräch von BASF-Designer Mark Gutjahr mit dem langjährigen Opel-Designer George Gallion über die Bedeutung von Farben für das Automobile.

George Gallion war über Jahrzehnte hinweg für das Aussehen der Opel-Modelle verantwortlich und hat zum Beispiel 1969 das Sportcoupé Manta gezeichnet. Das Coupé entstand bei Gallion in sehr kurzer Zeit und war Opels Antwort auf den Ford Capri, der sich rasch zu einem Bestseller entwickelt hatte. Gallion erinnert sich mit Stolz daran, dass dieser Opel einen gewissen Kultstatus erreichte und weist auf die Bedeutung der Farben für das Autodesign hin. "Leuchtende Farben", sagte Gallion, "sind für viele Kunden ein Kaufkriterium. Für die Arbeit Gestaltungsarbeit der Designer hat Farbe eine hohe Wichtigkeit."

BASF-Farbdesigner Mark Gutjahr wies in dem Gespräch darauf hin, dass Farbe dem Auto den ästhetischen Reiz verleiht und dafür sorgt, dass das Fahrzeug einen individuellen Charakter erhält. So stehe ein bei BASF neu entwickelter Basislack für starke metallische Effekte. Gallion bedauerte, dass er die Farbigkeit der 70er und 80er Jahre vermisst: "Es war bunter. Und ich würde mir wieder mehr Farbe auf den Straßen wünschen. Ein kräftiges Orange oder warum nicht ein Giftgrün?" Dass dieser Wunsch vielleicht in Erfüllung gehen könnte, bestätigt Lackdesigner Gutjahr: "Wir sehen in der Tat einen Trend hin zu mehr Farbigkeit".

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  • Warum nicht Giftgrün? Die Frage ist einfach zu beantworten: Erstens sieht es scheußlich aus und zweitens wird man das Auto in Giftgrün nie wieder los. Durchgeknallte Farbtrends gab es immer wieder mal, alle mit demselben Ergebnis. So hatte BMW vor rund 20 Jahren alle Vorführwagen des M 3 (E 36) in kanllgelb ausgeliefert. Diese waren so gut wie unverkäuflich und das führte dazu, dass das Auto insgesamt das Image bekam, es sei schwer verkäuflich. Aber: Warum sollten wir nicht auch die dämlichsten Fehler in schöne regelmäßigen Abständen wiederholen?

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