Auto
Im Blindflug durch die Dämmerung

Die Scheinwerfer des Gegenverkehrs blenden. Manche Autos sind kaum zu erkennen. Und die Ortsnamen auf dem Schild sind so verschwommen! Für Verkehrsmediziner wären das Warnzeichen einer Sehschwäche - und Grund für einen Termin beim Augenarzt.

dpa/gms MüNCHEN/BERLIN. Die Scheinwerfer des Gegenverkehrs blenden. Manche Autos sind kaum zu erkennen. Und die Ortsnamen auf dem Schild sind so verschwommen! Für Verkehrsmediziner wären das Warnzeichen einer Sehschwäche - und Grund für einen Termin beim Augenarzt.

„Richtiges Sehen ist ein ganz wichtiger Faktor, um sicher Auto zu fahren“, so Marion Steinbach von der Deutschen Verkehrswacht (DVW) in Bonn. Viele Unfälle sind auf Sehprobleme zurückzuführen. Auf rund 300 000 pro Jahr schätzt der Berufsverband der Deutschen Augenärzte die Zahl. Manche Unfälle ließen sich mit der passenden Brille vermeiden. Doch viele Autofahrer machen keinen Sehtest.

Ein Grund dafür ist laut Almut Schönermarck, Verkehrsmedizinerin beim Adac in München, dass Sehschwächen meist schleichend auftreten - gerade im fortgeschrittenen Alter. „Die Betroffenen sind sich dessen oft nicht bewusst.“ Ab dem 50. Lebensjahr sollten Autofahrer daher mindestens alle zwei Jahre ihr Sehvermögen überprüfen lassen. Auch jüngere Brillenträger sollten bedenken, dass ihre Sehkraft nachlassen kann und sie dann mit der falschen Brille unterwegs sind.

Abgesehen davon, dass mit einer Sehschwäche Gefahren im Verkehr schlicht übersehen werden können, drohen laut Sven Janssen vom Automobilclub von Deutschland (AvD) in Frankfurt/Main zusätzliche Gefahren: „Das Auge muss immer dagegen anarbeiten. Das strengt an und kann zu Konzentrationsschwächen führen.“

In den Wintermonaten kommen früh einsetzende Dunkelheit und Nebel hinzu. „Das stresst das Auge zusätzlich“, sagt Janssen. Auch das KGS betont, dass herbst- und winterliche Lichtverhältnisse dem Auge alles abverlangen: „Je weniger Licht vorhanden ist, desto schwieriger haben es die Augen, Sehinformationen weiter zu verarbeiten.“

Anzeichen für eine Sehschwäche sind laut Almut Schönermarck, wenn sich Autofahrer unsicher oder vom Gegenverkehr stärker als bisher geblendet fühlen. Vorsicht sei auch geboten, wenn Wegweiser und Kennzeichen aus einiger Entfernung nicht mehr erkannt werden. Auch wenn sich Entfernungen schlechter einschätzen lassen, könne das auf eine schlechtere Sehkraft deuten, ergänzt Steinbach von der DVW.

AvD-Sprecher Janssen warnt davor, bei einem dieser Anzeichen aus falscher Eitelkeit auf einen Besuch beim Augenarzt zu verzichten. „Die optimale Brille für Kraftfahrer bei Nacht ist eine klare Brille, nicht getönt und hochwirksam reflexgemindert“, sagt Almut Schönermarck vom Adac. Laut dem KGS sorgen Entspiegelungsschichten auf den Gläsern dafür, dass sich keine Reflexionen bilden.

Wichtig sei, dass die Brille das Gesichtsfeld und den Blick in den Rückspiegel nicht einschränkt. Dazu seien schmale Fassungen und dünne Bügel ratsam. Nicht sinnvoll sind dagegen „Nachtsichtbrillen“ mit gelb getönten Gläsern, wie Schönermarck erläutert. Sie täuschen einen größeren Kontrast vor. „Objektiv kommt es zu einer Verringerung des Lichteinfalls auf die Netzhaut - das heißt, zu einer weiteren Beeinträchtigung des Sehvermögens.“

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