Auto
Motordefekt während der Fahrt: Fahrer muss warnen

Bemerkt ein Autofahrer während der Fahrt einen Motordefekt, der das Fahrzeug immer langsamer werden lässt, muss er andere Verkehrsteilnehmer warnen. Kommt es ohne Warnung zu einem Auffahrunfall, muss er den größten Teil des Schadens tragen.

dpa/tmn BERLIN. Bemerkt ein Autofahrer während der Fahrt einen Motordefekt, der das Fahrzeug immer langsamer werden lässt, muss er andere Verkehrsteilnehmer warnen. Kommt es ohne Warnung zu einem Auffahrunfall, muss er den größten Teil des Schadens tragen.

Das geht aus einem Urteil des Kammergerichts Berlin hervor (Az.: zwölf U 5/08), auf das der Deutsche Anwaltverein (DAV) hinweist. In dem Fall wurde ein Autofahrer aufgrund eines Motorschadens auf der Autobahn deutlich langsamer und wechselte von der linken auf die rechte Spur. Kurz bevor er stehen blieb, fuhr ihm ein anderer Fahrer auf. Weder den Warnblinker hatte der Fahrer gesetzt, noch auf andere Weise auf die Gefahr aufmerksam gemacht. Den Schaden an seinem Wagen wollte der Mann dennoch vom Auffahrenden ersetzt bekommen.

Damit scheiterte er in der ersten und zweiten Instanz, so der DAV. Bei einem Auffahrunfall spreche nach Auffassung des Gerichts zwar viel für die Schuld des Auffahrenden. In diesem Fall müsse der Kläger aber zwei Drittel des Schadens tragen. Weil er den Motorschaden bemerkt und deshalb die Fahrspur gewechselt hatte, hätte er die hinter ihm fahrenden Fahrer durch Warnblinker, Bremszeichen oder Hupen warnen müssen.

Dabei sei es unerheblich, ob er bei dem Unfall bereits stand oder noch mit geringem Tempo fuhr. Auf der Autobahn müsse niemand damit rechnen, dass ein vorausfahrendes Fahrzeug ohne erkennbaren Grund und ohne Warnzeichen plötzlich so langsam werde. Daher setzte das Gericht den Schuldanteil des Klägers doppelt so hoch an wie den des Auffahrenden.

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