Auto
Nachts geblitzte Autofahrer können sich nicht auf Blendung berufen

Werden Autofahrer nachts geblitzt und verreißen vor Schreck das Steuer, können sie sich nicht darauf berufen, geblendet worden zu sein. Das von der Polizei bei Kontrollen verwendete Rotblitzlicht erzeugt nach Adac-Angaben keine Blendung.

dpa/gms MüNCHEN. Werden Autofahrer nachts geblitzt und verreißen vor Schreck das Steuer, können sie sich nicht darauf berufen, geblendet worden zu sein. Das von der Polizei bei Kontrollen verwendete Rotblitzlicht erzeugt nach Adac-Angaben keine Blendung.

Das hätten Untersuchungen von Augenmedizinern ergeben. „Der Blitz ist mit 0,0 036 Sekunden so kurz, dass das menschliche Auge gar nicht geblendet werden kann, wenn das Gerät korrekt aufgestellt wurde“, sagte Adac-Jurist Markus Schäpe in München. Daher könnten Autofahrer bei einem Unfall auch nicht das Bundesland für Schäden haftbar machen.

Die tatsächliche Ursache für ein Verreißen des Steuers dürfte laut Schäpe bei so einem Fall meist der Schreck sein. Aber auch das sei kein Argument für Schadensersatzforderungen, wenn es beim Geblitztwerden kracht. Schließlich müssten Autofahrer ständig mit unvorhergesehene Ereignissen rechnen - zum Beispiel mit Wildwechsel oder mit Kindern, die plötzlich auf die Straße laufen. Die Geschwindigkeit sollte dem Juristen zufolge immer so angepasst sein, dass auch in diesen Fällen ein Unfall noch vermieden werden kann.

Behaupten Autofahrer nach einer Geschwindigkeitskontrolle dennoch, sie seien vom Blitzlicht geblendet worden, kann das laut Schäpe für sie unangenehme Folgen haben. So drohe ihnen dann eine amtsärztliche Untersuchung. Ergibt die tatsächlich eine übermäßige Blendempfindlichkeit, stehe die „allgemeine Fahreignung“ auf dem Spiel.

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