Auto-Neuvorstellungen
Konkurrenz in der Kompaktklasse nimmt zu

Für den Klassiker, den VW Golf, wird es enger: Fast ein Dutzend kompakter Neuheiten in kommen in nächster Zeit auf den Markt. Dabei spannt die Industrie den Bogen von praktischen Kombis über bezahlbare Sportwagen bis hin zu echten Luxusmodellen, die sich von der Oberklasse allein im Format unterscheiden.

dpa/tmn GENF. Eine wichtige Neuheit in der sogenannten Golf-Klasse ist der sportliche Ableger jenes Modells, das dem Segment seinen Namen gegeben hat: Volkswagen hat den neuen Scirocco vorgestellt, der wieder mehr Leidenschaft ins VW-Programm bringen soll - zu Preisen ab 21 750 Euro. VW kombiniert das Design des 4,26 Meter langen Dreitürers mit der Technik aus dem Golf-Regal und nutzt Getriebe und Motoren (88 kW/120 PS bis 147 kW/200 PS, darunter einen Diesel) vom biederen Bruder. Neu ist jedoch das adaptive Fahrwerk.

Ebenfalls sportlich gibt sich Renault - vorerst aber nur mit einer Studie. Denn als Vorboten des nächsten Mégane, der seine Premiere im Oktober auf dem Pariser Autosalon feiern wird, haben die Franzosen die Studie eines Coupés mit auffälligen Flügeltüren vorgestellt. Zwar planen sie in diesem Segment sicher kein Coupé mit Flügeltüren. Jedoch nehmen sie allem Anschein nach Abschied vom den provokanten Formen des Vorgängers und setzen stattdessen auf fließende Linien, die weniger Eingewöhnung erfordern.

Eher praktisch orientiert sind die Kompaktklasse-Neuheiten von Peugeot und Hyundai. Beide Importeure haben die Kombi-Varianten ihrer Golf-Gegner vorgestellt. Bei den Franzosen ist das der 308 SW, den es nach Angaben von Pressesprecher Bernhard Voss wie beim Vorgänger in zwei Varianten geben wird: als Lademeister mit konventioneller Rückbank und Blechdach und als Lifestyle-Laster mit Panoramadach und sieben Einzelsitzen in drei Reihen. Das Ladevolumen misst bei versenkten Fondsitzen 573 Liter und kann auf 1 736 Liter erweitert werden. Die Motorpalette aus fünf Benzinern und drei Dieseln deckt eine Leistungsspanne von 70 kW/90 PS bis 128 kW/175 PS ab.

Hyundai bietet den i30 CW mit je zwei Dieseln und zwei Benzinern von 85 kW/116 PS bis 105 kW/143 PS nur als konventionellen Fünfsitzer und verspricht ein Ladevolumen von 415 bis 1 395 Litern. Dafür haben die Koreaner den Wagen im Vergleich zum Fünftürer in der Länge um 23 Zentimeter auf 4,48 Meter gestreckt.

Doch auch neue Marken drängen in die Kompaktklasse. So feierte Lancia Anfang März auf dem Genfer Autosalon die Neuauflage des Delta, der die Lücke zwischen dem Kleinwagen Ypsilon und der Luxuslimousine Thesis schließen soll. Statt des kantigen Blechkleids und der dicken Backen seines Vorgängers bekommt er fließende Linien und weich modellierte Schultern. Nur die Grundform des Coupés ist geblieben.

Außerdem bekommt der Delta ein Panoramadach und eine verschiebbare Rückbank für den Kompromiss aus Ladevolumen und Beinfreiheit. Doch neu ist der 4,50 Meter lange Delta streng genommen nicht: Unterm Blech steckt eine Plattform, die auch den Fiat Bravo trägt. Und auch die mit Turbos bestückten Benziner und Diesel von 88 kW/120 PS bis 147 kW/200 PS sind aus anderen Konzernmodellen bekannt.

Neben Lancia liebäugelt auch Saab mit dem Einstieg in die Kompaktklasse: „Wer als Premiumanbieter Erfolg haben will, braucht auch in diesem Segment ein Auto“, sagt Vorstandschef Jan Ake Jonsson und lenkt den Blick auf den 9-X Biohybrid, der zeige, „wie ein kompakter Saab einmal aussehen könnte.“ Das Einstiegsmodell der Zukunft ist ein sportlicher Dreitürer, der Platz für vier Passagiere bietet. Er misst 4,42 Meter, hat einen Radstand von 2,71 Metern und ist damit ein wenig größer als die Konkurrenz. Doch könnte das Format bis zur möglichen Serienreife noch ein wenig schrumpfen.

Auf der Messe Auto Mobil International (AMI, 5. bis 13. April) in Leipzig schickte Mercedes schließlich die überarbeitete Fassung von A- und B-Klasse ins Rennen. Später im Jahr bringt Peugeot den 308 auch wieder als Cabrio-Coupé. Noch haben die Hersteller ein wenig Zeit, sich auf dem Golfplatz in Stellung zu bringen. Doch wie gut sich die neuen Spieler dort schlagen, wird man spätestens im Herbst sehen können, wenn VW nach den Worten von Konzernchef Martin Winterkorn den neuen Golf an den Start bringt - dann müssen die Newcomer beweisen, ob sie trotz eines starken Gegners noch einlochen können.

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