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Schneeketten helfen im tiefen Winter

Der rechtzeitige Wechsel auf Winterreifen ist für ist für die meisten selbstverständlich geworden. Doch Winterreifen allein reichen nicht mehr, wenn der Winter mit viel Schnee zuschlägt. Dann hilft meist nur noch ein Zubehör: Schneeketten.

dpa/gms AALEN/LANDSBERG. Der rechtzeitige Wechsel auf Winterreifen ist für ist für die meisten selbstverständlich geworden. Doch Winterreifen allein reichen nicht mehr, wenn der Winter mit viel Schnee zuschlägt. Dann hilft meist nur noch ein Zubehör: Schneeketten.

Ihre hilfreiche Wirkung wird dann gebraucht, wenn Fahrbahnen mit starkem Gefälle oder Steigungen unter einer dicken Schneedecke liegen. „Solche Situationen schafft ein normaler Winterreifen allein nicht“, erklärt Franz Nowakowski, Reifenexperte der Sachverständigen-Organsisation Dekra in München. Die aufgespannte Kette verhilft den Reifen in Extremsituationen zu mehr Griffigkeit.

„Ihre volle Wirksamkeit entfalten die Ketten auf festgefahrenem Schnee oder einer dicken Schneedecke, weniger auf Eis“, so Nowakowski. Beim Adac in München ist man im Rahmen von Tests zum gleichen Ergebnis gekommen. Ein anderer Einsatz als das Befahren von Schnee-Fahrbahnen kann für die Ketten nicht empfohlen werden.

Welche Kette gewählt wird, hängt von den eigenen Vorlieben ab - aber auch vom Fahrzeug. „Die so genannten Seilketten sind vor allem für Fahrzeuge mit Frontantrieb geeignet“, sagt Helmut Kaiser vom Schneeketten-Hersteller RUD in Aalen (Baden-Württemberg). Das liegt daran, dass bei der Montage dieser Ketten Handgriffe im Radhaus des Wagens vorgenommen werden müssen. „Teilweise befinden sich die Arme bis zu dem Ellenbogen im Radhaus.“

Genügend Platz dafür findet sich vor allem in den vorderen Radhäusern. Bei Fahrzeugen mit Heckantrieb müssten die Ketten auf die hinteren Räder gezogen werden, und dort ist oft weniger Platz. „Beim Heckantrieb eignen sich Schneeketten mit einem Federstahl-Bügel“, so Kaiser. Bei diesem System ist kein Griff hinter das Rad notwendig.

Als Lösung für Fahrzeuge mit breiten Reifen in engen Radkästen gibt es laut RUD Ketten, die sich bei der ersten Radumdrehung selbsttätig auf den Reifen aufziehen. Für Leichtmetallfelgen eignen sich Kettensysteme mit integriertem Ring als Felgenschutz.

Im Fall der Fälle sollte aber niemand gänzlich unerfahren ans Werk gehen. „Es ist immer eine Frage der Übung. Man kann bei der Montage Fehler machen“, warnt Ruprecht Müller vom Adac-Technikzentrum in Landsberg (Bayern). Er empfiehlt dringend das Studium der Bedienungsanleitungen - und zwar zunächst die des Autos, in der auch Angaben über die passenden Ketten zu finden seien. „Dort lässt sich zum Beispiel herausfinden, ob spezielle Ketten vorgesehen sind.“ In der Anleitung der Ketten findet sich Wissenswertes über die Montage.

Ist die Kette einmal montiert, ist damit aber noch nicht alles im Lot. „Die Kette "setzt" sich nach einigen hundert Metern Fahrt“, erklärt Nowakowski. Daher muss nach der ersten kurzen Strecke kontrolliert werden, ob sich die Schneeketten gelockert haben.

Wird auf der verschneiten Strecke auch einmal ein schneefreier Tunnel durchquert, müssen die Schneeketten nicht wieder demontiert werden. „Eine kurze Strecke von zwei oder drei Kilometern kann man mit den Ketten auch auf dem Asphalt fahren“, sagt Nowakowski.

Nach dem Einsatz brauchen Schneeketten ein wenig Pflege. „Die Ketten sollten nach dem Gebrauch in warmem Wasser von Salz und Verschmutzungen gereinigt werden“, empfiehlt Helmut Kaiser. Erst wenn sie vollständig trocken sind, kommen sie zurück in ihre Verpackung.

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