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Sicher fahren im Festtagsstress

Weihnachten steht für Besinnlichkeit, für entspanntes Beisammensein der Familie und natürlich für viele Geschenke. Für Autofahrer stehen die Tage im Umfeld des Festes allerdings auch für Stress.

dpa/gms BONN/MüNCHEN. Weihnachten steht für Besinnlichkeit, für entspanntes Beisammensein der Familie und natürlich für viele Geschenke. Für Autofahrer stehen die Tage im Umfeld des Festes allerdings auch für Stress.

Da sind Fahrten in überfüllte Innenstädte an der Tagesordnung. Tannenbäume sind zu transportieren. Nebenbei verlangen auch noch die aufgeregten Kinder auf der Rücksitzbank nach Aufmerksamkeit.

Eine der größten Herausforderungen in den letzten Wochen des Jahres ist der richtige Umgang mit den möglichen Stresssituationen. Wirklich gefährlich kann es schon bei alltäglichen Situationen werden - zum Beispiel, wenn es im Einkaufsstress zu kleinen Streitereien im Auto kommt. „Die Gefahr durch Streitigkeiten im Auto wird meist unterschätzt - tatsächlich ist Streit eine der wichtigsten zusätzlichen Unfallursachen“, warnt Carla Bormann vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn.

Gerade wenn die ganze Familie unterwegs ist, sollte daher für möglichst viel Ruhe im Innenraum und damit für entspanntes Fahren gesorgt werden. „Jede Ablenkung ist für den Fahrer schlecht und führt zu Unaufmerksamkeit“, erklärt Bormann. Auch wenn Weihnachten zeitweise für eine Art innerfamiliären Ausnahmezustand sorgt, sollte eines nicht vergessen werden: Es ist Winter, und diese Jahreszeit fordert dem Fahrer ohnehin schon einiges ab.

Außerdem darf die nötige Rücksichtnahme nicht nur auf längere Touren außerhalb der Städte beschränkt sein. Maximilian Maurer vom Adac in München weist in diesem Zusammenhang auch auf den Stress bei der Parkplatzsuche in den Einkaufszonen hin. „Manchmal kann es besser sein, wenn die restlichen Insassen am eigentlichen Ziel abgesetzt werden und der Fahrer sich dann alleine auf die Parkplatzsuche begibt.“

Auch beim Transport von Weihnachtsbäumen im Auto können viele Fehler gemacht werden. Das beginnt schon damit, dass er einfach hinten auf die Ladefläche geworfen wird - über Ladungssicherung wird meist kaum nachgedacht. Was ein gefährliches Versäumnis sein kann: Selbst ein kleines Bäumchen wird bei einer Notbremsung ungesichert zu einem gefährlichen Geschoss.

Wiegt ein Baum beispielsweise nur fünf Kilogramm, wird er bei einer Notbremsung aus nur 50 Stundenkilometern zu einem 275 Kilogramm schweren Geschoss. Als zusätzliche Gefahr kommt neben dem reinen Gewicht die Form des Baumstammes. „Er wirkt im Grunde wie eine Lanze, die nach vorne durchsticht“, sagt Sven Janssen vom Automobilclub von Deutschland (AvD) in Frankfurt/Main. Um dies zu verhindern, sollte der Baum zumindest so platziert werden, dass er beim Bremsen nicht mehr nach vorne rutscht, sondern zum Beispiel direkt an der Sitzlehne anliegt.

Maximilian Maurer weist noch auf ein zusätzliches Problem hin, wenn der Transport mit offener Heckklappe durchgeführt wird: „Bei manchen Autos können dann die Abgase in den Innenraum gelangen. Es ist daher empfehlenswert, die vorderen Seitenfenster ein Stück zu öffnen.“ Grundsätzlich sollte ein Baum beim Transport im Innenraum gut verpackt sein - sonst werden womöglich die Polster und Teppiche durch Baumharz ruiniert.

Selbstverständlich sollte sein, dass überstehende Teile des transportierten Baumes die Rückleuchten nicht verdecken. Ragt ein Baum mehr als einen Meter über das Heck hinaus, muss zur Warnung anderer Verkehrsteilnehmer ein rotes Tuch angebracht werden. Und ist der Transport auf einem Dachgepäckträger geplant, ist die Sicherung der nadeligen Ladung besonders sorgfältig durchzuführen.

Gefährlich können aber auch Dinge werden, die für manchen das Wichtigste am Weihnachtsfest sind. „Geschenke stellen ebenfalls eine Gefährdung dar, wenn sie nicht ausreichend gesichert sind“, so Marion Steinbach, Sprecherin der Deutschen Verkehrswacht (DVW) in Bonn. Schließlich tut es nicht nur weh, wenn einem ein Geschenkpäckchen beim Bremsen von hinten an den Kopf knallt - womöglich geht der Inhalt dabei kaputt. Was den angenehmen Verlauf eines Weihnachtsfestes zusätzlich einschränken könnte.

Info-Kasten: Elektrischer Weihnachtsschmuck im Auto verboten

Autofahrer sollten auf Weihnachtsschmuck im Fahrzeug am besten verzichten. „Im Auto haben Dinge wie die kleinen, elektrisch beleuchteten Weihnachtsbäume auf dem Armaturenbrett nichts zu suchen“, erklärt Sven Janssen vom Automobilclub von Deutschland (AvD) in Frankfurt/Main. Sie sind im Auto nicht einmal erlaubt.

„Manche Autofahrer halten diese Bäume für eine nette Dekoration, sie irritieren aber den Fahrer“, mahnt Marion Steinbach von der Deutschen Verkehrswacht (DVW) in Bonn. Die Lämpchen sorgen unter anderem dafür, dass andere Lichter im Straßenverkehr weniger intensiv wahrgenommen werden. „Auf der anderen Seite können auch die übrigen Verkehrsteilnehmer durch die zusätzliche Lichtquelle abgelenkt werden.“

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